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Portugal schnallt den Gürtel noch enger

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Portugal schnallt den Gürtel noch enger

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Portugal will mit einem weiteren Sparpaket das Budgetdefizit senken. Feiertage sollen auf den nächstliegenden Montag verlegt, die Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes eingeschränkt, Ausgaben für das Bildungs- und Gesundheitswesen gekürzt und die Arbeitszeit verlängert werden.

“Die Regierung hat die Verlängerung der Regelarbeitszeit um eine halbe Stunde pro Tag beschlossen. Außerdem sollen die Feiertage verlegt werden. Der Haushalt 2012 sieht die Abschaffung des 13. und 14. Monatsgehalts für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die mehr als 1000 Euro verdienen vor”, gab Ministerpräsident Pedro Passos Coelho in einer Fernsehansprache am späten Donnerstagabend bekannt.

Die Gewerkschaften kritisieren die Sparmaßnahmen. Sie führten nur in die Rezession, meint der Vorsitzende des den Kommunisten nahestehenden Gewerkschaftsbunds CGTP Carvalho da Silva. “Mit jedem neuen Sparpaket wächst das Haushaltsloch. Das ist in Griechenland so und wir folgen diesem Beispiel”, klagt CGTP-Chef Carvalho da Silva.

Die meisten Maßnahmen gelten für die nächsten zwei Jahre. Als Gegenleistung für das 78 Milliarden schwere Hilfspaket der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds muss Portugal dieses Jahr das Haushaltsdefizit von 9,8 Prozent (2010) auf 5,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken.