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Renas Heck hängt in der Luft

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Renas Heck hängt in der Luft

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Neuseeland kämpft gegen eine drohende Ölpest an. Bis zu 400 Tonnen Schweröl sind bereits aus dem havarierten Frachter “Rena” in den Südpazifik gelangt. Die Strände der malerischen Bay of Plenty sind inzwischen schon auf einer Länge von etwa 60 Kilometern verschmutzt. Mehrere Hundert Helfer sind mit der Reinigung beschäftigt.

“Wenn der Wind das Öl ins Meer treibt, finden wir es an verschiedensten Orten wieder. So haben wir in den vergangenen Tagen festgestellt, dass dort, wo wir Öl fanden, plötzlich keines mehr war, weil das Wasser mit der Strömung abgeflossen war. Aber bei Ebbe bleibt Öl zurück, und wir haben die Möglichkeit, es aufzusammeln”, beschreibt Todd Graham seine Arbeit.

Doch das ist erst der Anfang. Angesichts des schlechten Wetters und der immer größer werdenden Risse im Rumpf des Schiffes scheint ein Bersten der “Rena” nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dann droht Neuseeland die bislang größte Umweltkatastrophe seiner Geschichte: In den Tanks sind noch rund 1300 Tonnen Schweröl. Schon jetzt sind die Auswirkungen auf den Tourismus verheerend: “Jetzt kommt niemand hierher, alle Ausflüge wurden storniert. Wir kriegen nur noch Anrufe von Leuten, die ihre Ausflüge absagen. Wir haben keine Wahl, wenn wir hier bleiben, gehen wir bankrott. Also müssen wir weg”, sagt Russel Ensor.

Wegen der instabilen Lage des havarierten Frachters mussten die für den Samstagabend Ortszeit geplanten Versuche, das Schweröl aus den Tanks des Frachters abzupumpen, verschoben werden. Besonders die Situation des “in der Luft hängenden Hecks” sei “prekär”, erklärte ein Behördensprecher. Die Bergungsmannschaften wollten des Wrack nicht betreten und zögen es vor, von Gerüsten aus zu arbeiten.