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Angst vor Ansteckung: G20 machen Druck auf Europa

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Angst vor Ansteckung: G20 machen Druck auf Europa

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Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben beim G20-Treffen in Paris Europa unter Druck gesetzt, schlagkräftigere Maßnahmen gegen seine Schuldenkrise zu ergreifen. Lösungen werden vom EU-Gipfel am 23. Oktober erwartet.

Die Schwellenländer dringen auf eine Kapital-Auftstockung des Internationalen Währungsfonds. Deutschland und die USA lehnen dies ab. US-Finanzminister Timothy Geithner räumte aber ein, sein Land sei bereit, eine effiziente Strategie der Europäer mit dem IWF zu unterstützen, und in einer Zwangslage, falls mehr IWF-Mittel nötig seien und es gleichzeitig eine wirksamere, substantielle europäische Strategie gebe, würden die USA auch dies unterstützen.

Die Schwellenländer fürchten, dass die IWF-Mittel bei einer Ausweitung der Krise nicht ausreichen und sie mit hineingezogen werden. IWF-Chefin Christine Lagarde resümierte: “Die Lage hat sich in den vergangenen drei Wochen eher verschlechtert als verbessert. Auch wenn die Märkte sich in den letzten Tagen etwas erholt haben, hat sich die generelle wirtschaftliche Lage nicht gebessert. Wir haben laut und deutlich gehört, dass vor allem die Schwellenländer sehr besorgt sind, dass die entwickelten Volkswirtschaften sie und die Entwicklungsländer anstecken.”

Die G20-Staaten schauen nun gespannt auf den EU-Gipfel, darauf verweist auch das Abschlusspapier des zweitägigen Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs ausdrücklich. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble versprach bis dahin ein umfassendes Lösungspaket.