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Berlin dämpft Erwartungen an EU-Gipfel

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Berlin dämpft Erwartungen an EU-Gipfel

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Deutschland hat die Erwartungen an den EU-Gipfel am nächsten Sonntag zur Euro-Schuldenkrise gedämpft. Sie rechnet nicht mit dem großen Befreiungsschlag und einer Lösung aller Probleme, sagte ein Regierungssprecher in Berlin.

Auf dem Steuerberatertag in Düsseldorf äußerte sich der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ähnlich. Es gehe zunächst darum, den Märkten in Sachen Griechenland die Unsicherheit zu nehmen: “Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für Griechenland, oder eine Lösung, von der wir jedenfalls mal mit einigermaßen Ernsthaftigkeit sagen können, die könnte über einen längeren Zeitraum tatsächlich funktionieren. Dazu kommt Griechenland nicht ohne eine Reduzierung seiner Schulden aus.”

Bisher sind Privatbanken zu einem freiwilligen Forderungsverzicht von 21 Prozent und zu längeren Kredit-Laufzeiten bereit. Inzwischen wird aber im Kreise der G20-Finanzminister ein Schuldenschnitt mit einem Wertverlust griechischer Staatsanleihen von 40 bis 60 Prozent nicht mehr ausgeschlossen.

Auch Deutschland stellt Athen Notkredite im Rahmen des ersten Rettungspakets bereit. Von den 22 Milliarden Euro sind bisher 13,5 Milliarden Euro ausgezahlt. Der deutsche Staat garantiert dafür.

Ein Schuldenschnitt könnte am Ende daher auch den Staat als Gläubiger Athens treffen, sollten neben den Anleihe-Inhabern auch Kreditgeber eine drastische Umschuldung schultern müssen.