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Italien sucht nach den Tätern - und nach Lehren aus der Randale

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Italien sucht nach den Tätern - und nach Lehren aus der Randale

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Nach der Randale vom Samstag sucht Italien nach den Schuldigen. Bei Razzien in anarchistischen Kreisen wurden Gasmasken, Schlaghämmer und ähnliches sichergestellt. Die Ermittler suchten auch nach Waffen und organisatorischem Material.

Denn die Randalierer vom “Schwarzen Block”, die die Sozialproteste in Rom aufmischten, schleusten sich ungehindert ein und waren gut organisiert. Nach ersten Erkenntnissen hatten sie eine Strategie vorbereitet, wie sie sich unter die Demonstranten mischen, in welcher Abfolge sie aktiv werden, und sie hatten vorher Wurfmunition an bestimmten Stellen deponiert. Dies zeigt auch ein Amateurvideo, in dem ein Randalierer nach Nachschub ruft. 19 bis 30 Jahre alt, männlich, so das Täterprofil – aber es waren offenbar auch Minderjährige dabei.

Die Polizei hingegen: Nach Angaben aus den eigenen Reihen schlecht vorbereitet und zu wenig ausgebildet für solche Situationen, mit vielen Verletzten selbst zum Opfer geworden und zu spät zur Stelle – als Geschäfte und Autos schon brannten.

Innenminister Maroni forderte strengere Gesetze, und kündigte an, dem Senat an diesem Dienstag entsprechende neue Entwürfe vorzulegen, um Polizei und Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Gewalt zu stärken. Er steht allerdings selbst in der Kritik: Die Opposition wirft ihm vor, zu wenig zur Prävention getan zu haben, obwohl Geheimdienste vor den Plänen des autonomen “Schwarzen Blocks” gewarnt hätten.

Ein anderes Amateurvideo zeigt, wie selbst Demonstranten versuchen, die Krawallmacher zu stoppen und zu verjagen. Lediglich zwölf Randalierer wurden am Samstag festgenommen. Die Ermittler versuchen nun anhand von Fotos und Videos, weitere gut hundert ausfindig zu machen.