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Schalit bald frei - Freude und Angst vor neuem Terror

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Schalit bald frei - Freude und Angst vor neuem Terror

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Der entführte israelische Soldat Gilad Schalit soll am Dienstag gegen mehrere hundert palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden. Das wurde aus offizieller Quelle in Gaza bekannt.

Als er in einem dunklen Verlies im Gazastreifen verschwand, war er 19. Im August ist er 25 Jahre alt geworden.

Insgesamt sollen im Austausch 1027 palästinensische Häftlinge freikommen.

In Israel mischt sich scharfe Kritik in die Vorfreude: Rund die Hälfte sind sogenannte Schwergewichte, 280 sind zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, darunter auch Drahtzieher schwerer Anschläge.

Unter ihnen: Achlam Tamimi – ihr Bruder Muhammad:

“Klar, dass wir uns freuen, dass sie freikommt. Die ganze Familie und das Dorf freuen sich mit. Allerdings ist die Freude getrübt, weil sie ins Ausland abgeschoben wird.”

Tamimi fuhr nach Feststellung eines israelischen Gerichts vor 10 Jahren einen Selbstmordattentäter zu einer Pizzeria in Jerusalem. Kurze Zeit später waren 15 Menschen tot, darunter fünf Mitglieder einer einzigen Familie.

Meir Schijveschuurder, ein Überlebender:

“Wir hoffen, der oberste Gerichtshof stoppt diesen Wahnsinn, die Rückkehr von Terror und Angst auf die Straßen.”

Gegner der Freilassung haben nach Bekanntgabe der Namen eine Frist von zwei Tagen, um beim Obersten Gericht Israels Einspruch einzulegen.

Zur Vorbereitung des Deals wurden bisher 477 palästinensische Häftlinge umgruppiert.

mit Reuters, afp, dpa