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Tunis: Tausende verteidigen Zeichentrickfilm "Persepolis"

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Tunis: Tausende verteidigen Zeichentrickfilm "Persepolis"

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Nach gewaltsamen Protesten gegen die Ausstrahlung des Zeichentrickfilms “Persepolis” im tunesischen Fernsehen sind in Tunis tausende Menschen für Meinungsfreiheit auf die Straße gegangen. “Das Volk will Meinungsfreiheit” und “Tunesien ist für alle da” riefen die Demonstranten, die einem Aufruf über ein soziales Netzwerk gefolgt waren. Einige von ihnen hatten sich den Mund mit Klebeband zugeklebt.

Am Freitag hatten in Tunis tausende Demonstranten gegen die Ausstrahlung des
Films “Persepolis” demonstriert, weil Gott darin als alter, bärtiger Mann dargestellt wird. Das gilt im Islam als blasphemisch und ist verboten.

Der mehrfach preisgekrönte Comic der in Frankreich lebenden iranischen Autorin Marjane Satrapi erzählt die Geschichte eines Mädchens, das die Islamische Revolution im Iran miterlebt und schließlich von seiner Familie mit 14 Jahren ins Ausland geschickt wird.

In Tunesien finden am 23. Oktober erste freie Wahlen statt. Die wichtigste islamistische Partei Ennahda hat sich von den Krawallen distanziert – hunderte Angreifer hatten unter anderem das Haus des Senderchefs Nabil Karoui von Nessma TV attackiert und es in Brand gesetzt.

mit afp, AP