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Da wollte Gilad nur noch schlafen

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Da wollte Gilad nur noch schlafen

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Gilad habe fünf Jahre in einem Erdloch gelebt, weiß Israels Regierungssprecher Mark Regev zu berichten – über seine Gefangenschaft in Händen der Hamas sagt der zur Zeit meistbeobachtete Israeli Gilad Schalit selbst nichts – jedenfalls nicht direkt. Schalit war gegen gut 1000 palästinensische Häftlinge aus Israels Gefängnissen ausgetauscht worden.

„Ich fühle mich nach der ganzen Sache nicht so gut“, murmelt ein fahler, unkonzentrierter junger Mann im ägyptischen Fernsehen, er habe „sehr lange keine Menschen gesehen.”

Und dann das: Erst Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, der ihn wie einen Sohn begrüßt – als Schalit aus Israels Gegenwart verschwand, war noch Ehud Olmert im Amt.

Dann der eigene Vater, früher mal schüchtern, inzwischen ein Medien-Profi.

Stimmt es, dass Gilat im Hubschrauber umgekippt ist ?

Auf zwischenmenschliche Kontakte freue er sich, hatte der jahrelang Weggesperrte gesagt, und darauf, nicht mehr den ganzen Tag dieselben Dinge zu tun.

Mit den israelischen Medien spricht erst einmal der Vater, Noam Shalit:

“Heute können wir sagen, wir haben die Wiedergeburt eines Sohnes erlebt. Er sagte, dass die Bedingungen am Anfang hart waren, man habe ihn grob behandelt. In den letzten Jahren sei es dann besser geworden.”

Im Radio erzählt Gilads Großvater Zvi noch, sein Enkel habe beim ersten Wiedersehen mit der Familie sehr leise gesprochen. Er sei vor allem müde und wolle schlafen.

mit Reuters