Eilmeldung

Eilmeldung

Türkei rechtfertigt Gegenangriff

Sie lesen gerade:

Türkei rechtfertigt Gegenangriff

Schriftgrösse Aa Aa

Die Türkei reagierte auf den PKK-Anschlag mit Bombenangriffen auf vermutete PKK-Lager im Irak. 
 
Die Eskalation der Auseinandersetzung im Südosten der Türkei bedeutet einen schweren Rückschlag für den Friedensprozess zwischen Kurden und Türken, sind sich politische Beobachter sicher. Prof. Dr. Mahir Kaynak / Ehemaliger Leiter des türkischen Geheimdienstes:
 
“Zunächst einmal ist es falsch, dies als einen Terroranschlag zu bezeichnen. Das Ziel eines Teroranschlags ist es, eine Botschaft zu hinterlassen. Dieser Angriff aber, ist mehr als eine Botschaft. Dies ist eine militärische Operation. Sie haben unsere Streitkräfte attackiert wie man es nur in einer militärischen Aktion tun würde.Mir ist nach wie vor unverständlich, warum der Angriff der PKK ausgerechnet jetzt erfolgte. Es ist ja so: der Angriff eröffnet der Türkei die Möglichkeit einer Militäroperation in der Region. NATO und EU haben erklärt, dass sie der Türkei freie Hand geben, sich gegen Terroranschläge zu wehren. Es scheint also so, als ob der Westen die Gegenmaßnahmen der Türkei unterstützten werden. Entsprechend müssen wir mit einer großen Operation rechnen. Bemerkenswert auch: Der Präsident der kurdischen Region im Irak, Masood Barzani, verurteilte die Angriffe der PKK, ließ jedoch kein negatives Wort über die türkische Armee verlautbaren. Früher sagte er oft, der Nordirak würde zum Friedhof für die türkische Armee etc, mit solcher Rhetorik hält er sich jetzt ganz zurück. Er wird also nicht gegen die Türken vorgehen.”
 
Der eigentliche Beweggrund für die Attacke der PKK liege darin, den Friedensprozess zu stören, ist sich ein anderer türkischer Analyst sicher. Mesut Ulker/ Analyst:“Man muss vor allem beachten, dass dieser Angriff der PKK am zweiten Jahrestag der Aufnahme von Friedensgesprächen der PKK mit der Türkei erfolgte.Der eigentliche Grund für die Attacke liegt also eher im politischen Bereich: offenbar soll damit der Forschritt im Friedensprozess torpediert werden. Gerade hatten wir einen Konsens im Parlament über eine Verfassungsänderung erreicht. Diese positive Entwicklung wollte man anscheinend stören.”