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Gaddafi - vom Freund zum Feind in wenigen Wochen

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Gaddafi - vom Freund zum Feind in wenigen Wochen

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Mit Regenschirm im Auto, so reagierte der für

sein exzentrisches Gehabe bekannt Muammar al-Gaddafi zu Beginn des Jahres 2011 auf das Aufblühen der Jasmin-Revolution in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten zu Jahresbeginn

Nur wenige Monate vorher hatten westeuropäische Politiker noch gemeint, sich mit dem launischen Revolutionsführer arrangieren zu können.

In Rom wurde er im August 2010 mit allen Ehren empfangen, schnitt Eröffnungsbänder durch – natürlich in GRÜN – so als wäre bei ihm daheim auf der anderen Seite des Mittelmeeres alles im “grünen Bereich.”

Als eine seiner “Männerfreundschaften” präsentierte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi diese Beziehung bei seinem Staatsbesuch in Libyen im August 2009. Es ging um Öl und Gas und viel Geld.

In Paris hatte der Wüstensohn im Dezember 2007 gar unterm Fenster des Staatspräsidenten sein Beduinenzelt aufgeschlagen. Was tat man nicht alles, was nahm man nicht alles hin in den Metropolen Westeuropas für ein gutes Geschäft!

Und dann spielte das libysche Volk nicht mehr mit.

Also stellten sich die Regierenden in Westeuropa flugs auf die “jähe Wendung” ein und begrüßten die neuen Libyer vom Nationalen Übergangsrat.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy empfing den Chef des Nationalen Übergangsrates am 24. August 2011 in Paris.

In Rom wurde schnell noch der mit Gaddafi abgeschlossene Freundschaftsvertrag auf Eis gelegt, bevor der neue libysche Spitzenpolitiker hier einen Tag später begrüßt wurde. Regierungschef Silvio Berlusconi verband dies mit dem Hinweis darauf, das die wirtschaftlichen Interessen der europäischen Seite natürlich auch von den neuen Herren respektiert werden. Er sprach gleich

von einem Abkommen, mit dem der italienische Energiekonzern ENI auch unter einer neuen libyschen Regierung seine Position im Öl-und Gasgeschäft sichern kann.