Eilmeldung

Eilmeldung

Merkel und Sarkozy oder "Mer-kozy"?

Sie lesen gerade:

Merkel und Sarkozy oder "Mer-kozy"?

Schriftgrösse Aa Aa

In Frankfurt am Main wurde der langjährige Chef der Europäischen Zentralbank verabschiedet.

Zu Ehren von Jean-Claude Trichet erschienen der französische Präsident und die deutsche Kanzlerin.

Lange galt “deutsch-französisches Tandem” als geflügeltes Wort. Merkel hat durchblicken lassen, dass sie das nicht mehr ganz so sieht.

Jedenfalls wird beim kommenden Gipfel am Sonntag kein neues Hilfspaket unterschrieben – technische Einzelheiten müssen noch gelöst werden.

Euronews-Korrepondent Rudi Herbert hat sich in Brüssel bei Politikern und Politik-Beobachtern umgehört. Zuerst befragte er den Politologen Vivien Pertusot vom Brüsseler Institut für internationale Beziehungen. Der meint, in der aktuellen Krise seinen diese beiden Länder extrem zusammengerückt. Womöglich mehr der Not geschuldet denn dem eigenen Triebe. Man spreche schon mehr und mehr von “Mer-kozy”. Aus dem ganz einfachen Grund, weil die beiden immer mehr bilaterale Treffen veranstalten, um den Dynamismus der Union voranzutreiben.

Der deutsche Liberale Alexander Graf Lambsdorff stammt aus einer Familie, die einiges zur europäischen Einigung beigetragen hat. Er sagt:

“Ich glaube, in der Krise ist noch einmal deutlich geworden, wie stark die Wirtschaftsreformen in Deutschland in den letzten 10, 15, 20 Jahren die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, die Leistunngskraft Deutschlands in der Wirtschaft gestärkt haben und damit haben wir eine etwas stärkere Asymmetrie jedenfalls in der Wirtschaft zwischen diesen beiden Ländern. Politisch muss man sagen, ist Frankreich gegenwärtig gerade der stärkere Akteur. Das sah man ja sehr deutlich am Fall Libyen.”

Und wie sehen die Grünen diese Achse Berlin-Paris?

Darauf antwortet Pascal Canfin.

“Ich denke, dass die politische Verantwortung, wie sie heute existiert, zuerst in den nationalen Tagesordnungen festgeschrieben ist. Entscheidungen werden eher aus nationalen Gründen getroffen als wegen einer gemeinsamen Vision von Europa.”

Bleibt noch der Vertreter der konservativen Volksparteien im Europaparlament, Jean-Paul Gauzès. Er hält es für absolut erfolderlich, dass Frankreich und Deutschland weiterhin der Motor sind, natürlich müsse man vermeiden, die anderen zu kränken, aber es bleibe doch klar, dass die Ideen weiterhin von Frankreich und Deutschland kommen. Die Frage besteht nur darin, dass die anderen das akzeptieren