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Schweizer Wahlkampf - nur keine Hektik

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Schweizer Wahlkampf - nur keine Hektik

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Dieser Schweizer Wahlkampf regt kaum jemanden auf. Das Thema Atomkraft hat sich nach Fukushima erledigt. Bleibt eigentlich nur noch die Angst vor der überfremdung. Und selbst darum wird eher brav debattiert als wild gestritten. Einwanderung sieht in der Schweiz auch anders aus als in der EU.

Die Kontrollen an den Grenzenwurden durch Abkommen mit der EU über freien Reiseverkehr immer mehr vereinfacht. Das vereinfacht auch die Arbeit im Nachbarland. Und darum geht es.

Während der Euro schwächelt, wird der Franken immer härter – und EU-Bürger werden in der Schweiz zu billigen Arbeitskräften.

Verhandelt wird zwischen Brüssel und Bern über Quoten, wieviele EU-Bürger aus welchen EU-Ländern dürfen rein in die Schweiz.

22,3% beträgt der Anteil der Ausländer an der Schweizer Wohnbevölkerung. Gestiegen um 2,9% im letzten Jahr. Der Zuwachs aus EU-Ländern war mit 4% noch höher. Um die 80.000 Zuwanderer kommen pro Jahr. Am zahlreichsten sind Italiener, Deutsche, Portugiesen und Franzosen.

Aber die Struktur der Zuwanderung ändert sich.

Es kommen immer mehr Akademiker.

In 15 Jahren stieg ihr Anteil von 21 auf 56 %.

In der Folge sinken Löhne und steigen Immobilienpreise.

Zuwanderung – das ist seit Jahren das Hauptthema der rechts-populistischen SVP. In drer gegenwärtigen Krise sieht sich die Schweiz aber als eine Insel der Solidität und will das nicht durch Radikalismus gefährden. Da klingt selbst der Vertreter der Rechts-Populististen irgendwie gedämpft im Vergleich zu anderen Wahlkämpfel.

Yvan Perrin ist der Vizepräsident der SVP.

Er verweist auf Australien, Kanada, USA, die großen Einwanderungsländer, denen es nicht an Arbeitskräften fehlt und deren strenge Zugangsregeln ihm als Vorbild gelten.

Einwanderer ernten Gemüse. Das sind nicht das typische Bild für zugewanderte Arbeitskräfte.

Die Schweizer beschwerer sich heute eher darüber, dass sie mit ihren Ärzten jetzt hochdeutsch reden müssen.

Zu den anderen Parteien bleibt noch zu sagen, die liberale FDP, die seit 1848 in jeder Regierung saß, könnte einen Sitz verlieren. Als Wirtschaftspartei leidet sie an dem Image, den Schaden mit verursacht zu haben.

Niemand erwartet an diesem Sonntag ein politisches Erdbeben. Der Trend in der Schweiy geht Richtung Mitte – und Ruhe bewahren.