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Sirte - befreit, aber in Ruinen

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Sirte - befreit, aber in Ruinen

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Auch in Gaddafis letzter Bastion, seiner Heimatstadt Sirte, wird das Porträt des Machthabers mit Füßen getreten. Die Bilder erinnern an den Sturz von Saddam Hussein im Irak: Anti-Gaddafi-Kämpfer schleifen das Poster des verhassten Führers durch den Dreck.

Am Morgen des 20. Oktober haben die Truppen des libyschen Übergangsrates Sirte eingenommen. Seitdem kontrollieren sie ganz Libyen.

Vor den Gefechten lebten etwa 100.000 Menschen in der Küstenstadt Sirte. Die meisten davon sind in den vergangenen beiden Monaten vor den Kämpfen geflohen. Die “Wiege Gaddafis” – zwischen Wüste und Meer – liegt nun in Ruinen, es ist eine Geisterstadt. Fast alle Gebäude sind zerstört – nicht nur das vom ehemaligen Machthaber errichtete Konferenzzentrum.

Nach der Einnahme der als Gaddafi-Hochburg bekannten Stadt Bani Walid vor drei Tagen dauerten die Häuserkämpfe in Sirte an. Gaddafis Heckenschützen töteten und verwundeten zahlreiche Kämpfer des Übergangsrates. Bis zuletzt hatten Gaddafis letzte Getreue erbitterten Widerstand geleistet und ihre Niederlage nicht eingestanden.