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Tunesien übt wählen

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Tunesien übt wählen

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Im Mutterland des “arabischen Frühlings” laufen die letzten Vorbereitungen für die ersten freien Wahlen. Rund sieben Millionen Tunesier sind am Sonntag dazu aufgerufen, unter Beobachtung der EU, über die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung des norafrikanischen Staates abzustimmen:

EU-Wahlbeobachterin Maria Espinosa: “Die EU-Wahlbeobachter wurden geschult, die Wahlen in ganz Tunesien zu überwachen. Doch nicht nur hier, auch in Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien werden die Briefwahlen der Tunesier beobachtet.” Neun Monate nach dem Sturz Zine Ben Alis soll mit der Berufung einer verfassungsgebenden Versammlung der Grundstein für eine demokratische Zukunft gelegt werden.

In der zersplitterten Parteienlandschaft gilt derzeit die islamistische Ennahdha-Bewegung von Rachid Ghannouchi als stärkste Kraft. Wer in Tunesien für eine strikte Trennung von Staat und Religion ist, hofft derzeit auf die noch unentschlossenen Wähler. In einer Umfrage gab zuletzt fast jeder Dritte Befragte an, noch nicht zu wissen, wem er seine Stimme geben will.