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Von der Donau nach Down Under

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Von der Donau nach Down Under

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Von der blauen Donau nach Down Under; vom kultivierten, mondänen Wien zum naturverbundenen, hedonistischen Sydney – die jüngste Tournee der Wiener Philharmoniker durch Australien war ein großer Erfolg. Es ging darum, Wiener Musik in das Opernhaus in Sydney zu bringen, Werke, die in Wien geschrieben wurden, oder von Komponisten, die mit Wien verbunden sind. Außer Strauss wurde auch Anton Bruckners “Romantische Sinfonie” gespielt.

Der Präsident der Wiener Philharmoniker, Clemens Hellsberg, sagt: “In der 4. Sinfonie ist das Horn-Solo von Anfang an keine Melodie, sondern eine Botschaft aus einer anderen Welt, die der Komponist mit Worten nicht hätte besser beschreiben können. Wie es Nikolaus Harnoncourt einmal gesagt hat: Bruckner kann man nicht mit jedermann vergleichen. Er ist wie ein Stein vom Mond, er ist mit nichts vor- oder nach ihm vergleichbar.”

Tobias Lea ist Solobratschist bei den Wiener Philharmonikern. Er ist in Australien geboren, aufgewachsen und erhielt dort auch seine musikalische Ausbildung. Für ihn hat diese Sinfonie eine ganz besondere Bedeutung: “Heute hier Bruckner zu spielen ist etwas Besonderes für mich, es war die erste Sinfonie von Bruckner, die ich mit den Wiener Philharmonikern gespielt habe”, so Leas. “Ich erinnere mich an das Gefühl dieser unglaublichen Heiterkeit, das ich beim ersten Mal hatte, als ich sie gespielt habe – als leicht zu beeindruckender 22-jähriger Student. Jedesmal, wenn ich diese Symphonie jetzt spiele, bringt sie mir Erinnerungen daran zurück, wie unglaublich schön es beim ersten Mal war.”

Maestro Christoph Eschenbach ist ein großer Bewunderer von Bruckners Stück, das ihm, wie er sagt, erlaubt etwas auszudrücken, nämlich…: “Alles. Von den herrlichsten Augenblicken in dieser Musik bis hin zu den mehr ‘reflektierten’, sogar traurigen Dingen. Vom fröhlichen ‘Scherzo’ bis zum enormen Ansteigen im letzten Satz, am Ende und am Anfang – es hat alles, was sinfonische Musik bieten kann.”

Die Wiener Philharmoniker selbst haben sich den deutschen Dirigenten ausgewählt. Und sie haben viel gemeinsam. “Es gibt ein tiefes Verständnis für die die Essenz eines jeden Musikstücks”, sagt Eschenbach, “ich habe mein Leben lang daran gearbeitet. Musik ist das Wichtigste in meinem Leben. Und das reicht mir.”

Tobias Lea hat sein Land vor mehr als 20 Jahren verlassen, aber er fühlt sich noch immer zutiefst – und mit einem gewissen Stolz – als Australier.

“Das ist es, worum es in diesem Land geht. Es ist das, was ich vermisse: Ich surfe, wenn ich nicht Bratsche spiele. Ich wünschte, ich könnte surfen, das ist, was ich mit am meisten in Österreich vermisse. Australien hat das alles”, sagt er.

Philharmoniker-Präsident Hellsberg meint: “Es ist lächerlich, Australien mit Österreich zu vergleichen, denn wir sind nur so ein kleiner Teil dieses riesigen Kontinents. Aber wir sehen, welche Faszination unsere Musik auf die Menschen hier ausübt. Die Menschen sind glücklich darüber, dass wir den weiten Weg gemacht haben und unsere Wiener Musik für sie spielen.”

In dieser Ausgabe hören Sie Auszüge aus:

Johann Strauss, An der schönen blauen Donau

Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 4 in Es-Dur

Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 34 in C-Dur

Johannes Brahms, Tragische Ouvertüre in D-Moll