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Eine lange Geschichte des Terrors

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Eine lange Geschichte des Terrors

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“Unsere Demokratie wird eine Demokratie ohne Terrorismus sein – aber keine Demokratie ohne Erinnerung.”

Mit diesen Worten gedachte der spanische Staatschef José Zapatero der mehr als 800 Opfer der ETA – kurz nachdem die baskische Terrororganisation angekündigt hatte, ihre bewaffnete Aktivität definitiv einzustellen.

Die ETA forderte seit ihrer Gründung 1959 die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südwestfrankreich. Das erste große Bomben-Attentat der Gruppierung fiel noch in die Zeit der Franco-Diktatur. 1973 wurde dabei Admiral Luis Carrero Blanco getötet, der damalige spanische Ministerpräsident und designierte Franco-Nachfolger.

Anfangs verstand sich die ETA noch als Widerstandsbewegung gegen das Franco-Regime. Doch auch nach dessen Ende im Jahr 1975 setzte sie ihren Terror fort. Obwohl die neue spanische Demokratie den baskischen Provinzen weitgehende Autonomierechte zugestand.

In den 1980er Jahren wurde Spanien beinahe täglich von Anschlägen erschüttert. 1980 kamen durch eine Anschlags-Serie insgesamt 91 Menschen ums Leben. 1987 erfolgte dann das bislang schwerste Attentat: Bei einer Autobombenexplosion vor einem Supermarkt in Barcelona starben 21 Menschen, 45 wurden verletzt.

In Madrid tötete 1995 eine Autobombe sechs Zivilisten, die für die Armee arbeiteten. Schon seit Ende der 1970er Jahre zielten die Attentate der ETA nicht mehr vornehmlich auf Militär und Polizei. Der Terror weitete sich auf die gesamte Gesellschaft aus.

Ebenfalls 1995 verübte die ETA einen Anschlag auf José Maria Aznar, den damaligen konservativen Oppositionsführer und späteren spanischen Ministerpräsidenten. Aznar überlebte, weil er in einem gepanzerten Wagen saß.

Ein Jahr später, im Februar 1996, wird Francisco Tomás Valiente getötet. Der Universitätsprofessor und Ex-Chef des spanischen Verfassungsgerichts fällt einem Attentat in seinem Arbeitszimmer an einer Madrider Universität zum Opfer.

Mit Anschlägen wie diesen wollte die ETA den spanischen Staat zu Verhandlungen zwingen. Die Madrider Studenten antworteten mit Demonstrationen.

Im Juli 1997 entführten Mitglieder der ETA Miguel Angel Blanco, einen Kommunalpolitiker aus dem Baskenland. Sie wollten die Verlegung inhaftierter Gesinnungsgenossen ins Baskenland erpressen. Wenige Tage später war Blanco tot und die spanische Bevölkerung geschockt. Tausende gingen auf die Straßen und forderten ein Ende der Gewalt.

Seit 1959 kamen durch rund 4000 Anschläge mehr als 800 Frauen, Männer und Kinder ums Leben. Ihr letztes Attentat verübte die ETA 2009.