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ETA erklärt Ende des Terrors - und Spanien atmet vorsichtig auf

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ETA erklärt Ende des Terrors - und Spanien atmet vorsichtig auf

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Das angekündigte Ende des ETA-Terrors sorgt in Spanien für kollektives Aufatmen. Zwar sind manche Spanier skeptisch, ob die Separatisten ihr Versprechen halten werden, aber es überwiegt die Erleichterung, auch beim früheren Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba. “Heute geht es nicht um die ETA, heute geht es um den Rechtsstaat, denn dieser Rechtsstaat hat gewonnen”, sagte er in einer ersten Reaktion. “Die Demokratie und ihre Institutionen haben gewonnen. Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, der Polizei, dem Zivilschutz, den Geheimdiensten und allen anderen Sicherheitskräften des Landes zu danken, denn sie haben ihre Pflicht getan und dabei viele Opfer gebracht. Dies ist der Moment, um auch den Richtern und Staatsanwälten zu danken, ebenso den anderen Staaten und vor allem Frankreich.”

Die meisten spanischen Politiker bewerten die Ankündigung der ETA positiv. In der Bevölkerung allerdings ergibt sich ein gemischtes Bild, denn noch bleiben manche Fragen offen. “Wenn es stimmt, dass die ETA die Waffen niederlegt, finde ich das gut”, meint eine Frau, “aber solange sie es nicht getan haben, glaube ich es nicht.” Eine andere Frau hingegen kann ihre Freude nicht zügeln: “Ich finde, das ist die beste Nachricht, die ich in den letzten 40 Jahren erhalten habe, es ist großartig.” Ein wenig differenzierter sieht es eine dritte Passantin: “Was bedeutet das für die Betroffenen, die Familien, die ihre Lieben verloren haben? Ich hoffe, dass die Ankündigung definitiv ist, dass dieses Kapitel der spanischen Geschichte abgeschlossen ist. Aber die Wunden werden nicht verheilen, wir können verzeihen, aber nicht vergessen.”

Die vielfache Skepsis ist verständlich: Schließlich hatte die ETA in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Erklärungen zum Gewaltverzicht letztlich nicht eingehalten.