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Europas Banken brauchen 100 Milliarden Euro

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Europas Banken brauchen 100 Milliarden Euro

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Die EU hat sich auf einen Kapitalbedarf für den europäischen Bankensektor in Höhe von rund 100 Milliarden Euro geeinigt. Das verlautete aus EU-Kreisen in Brüssel. Experten bezeichneten dies als wichtigen Schritt in Richtung auf einen Schutz der Banken vor zu starken Griechenland-Verlusten.

Demnach werden die Banken aufgefordert, zuerst bei ihren Aktionären um zusätzliches Kapital nachzusuchen. Erst danach würden die nationalen Regierungen einspringen.

“Wir müssen anerkennen, daß sich die Banken aus eigenen Stücken bei Staatsanleihen engagiert haben”, sagt Rym Ayadi vom Zentrum für Europäische Politikstudien. “So wie die Dinge stehen, garantiert die EU aber das Kapital, es gibt also kein wirkliches Risiko. Regierungen und Banken sitzen also im gleichen Boot und müssen gemeinsam eine Lösung finden.”

Die Rekapitalisierung der Banken ist in der Branche umstritten. Nicht alle Institute brauchen sie, nicht alle wollen sie. Sie sollte aber an Bedingungen geknüpft sein, meint Thierry Philipponat vom Think tank “Finance Watch”. “Wenn zur Rekapitalisierung öffentliche Gelder eingesetzt werden, müssen die Banken gezwungen werden, der Realwirtschaft weiter Kredite zur Verfügung zu stellen.”

Geplant ist, dass Großbanken schon Mitte 2012 eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent erfüllen müssen, um Risiken aus Anleihen europäischer Schuldenstaaten abfedern zu können.

Bei deutschen Instituten wird nach einem “Blitz-Stresstest” eine Kapitallücke zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro erwartet – weniger als zunächst gedacht.