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Zukunftsangst und Krawalle in Griechenland

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Zukunftsangst und Krawalle in Griechenland

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Athen gleicht einem Scherbenhaufen nach erneuten Krawallen in der Nacht. Die Wut über die strengen Sparmaßnahmen, die nun die Hürde im Parlament genommen haben, entlud sich wieder gewaltsam auf den Straßen. Aber auch IM Parlament kam es zu Spannungen: Ein Abgeordneter musste gehen, weil er nicht für alle Artikel des Gesetzes stimmen wollte. Dabei geht es um Kürzungen bei Gehältern und Renten sowie Steuererhöhungen.

Zeitweise versammelten sich 70.000 Menschen vor dem Parlament. Der Rentner Dimitris Dousgos vermutet wirtschaftliches Kalkül hinter den Maßnahmen. “Die Europäer, die Deutschen, die Niederländer und die Franzosen wollen uns wie Rumänen und Bulgaren behandeln,” beschwert sich Dousgos. “Sie kürzen unsere Gehälter, um ihre Unternehmen hier anzusiedeln, damit wir dort für Hungerlöhne arbeiten.” “Unsere Zukunft sieht düster aus: Sie kürzen unsere Renten, überall liegt Müll rum, niemand kümmert sich mehr um etwas. Es gibt keine Regierung. Wir sind am Verzweifeln,” sagt die Hausfrau Armelina Kolla.

Die griechische Regierung ist gefangen zwischen dem teils gewaltsamen Widerstand zu Hause und den strengen Vorgaben aus dem Ausland: Nur durch die nächste Milliarden-Tranche des europäischen Rettungspakets kann Athen seinen finanziellen Verpflichtungen im November nachkommen.