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Libyen: Jalil besucht Verletzte in Bengasi

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Libyen: Jalil besucht Verletzte in Bengasi

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Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mustafa Abdel Jalil, hat im Krankenhaus von Bengasi Verletzte besucht. Damit wollte Jalil vor allem Vorwürfen entgegentreten, dass die neuen Anführer nicht genug für jene täten, die bei den heftigen Kämpfen verwundet wurden. Denn die Krankenhäuser sind überfüllt, die hygienischen Zustände fragwürdig, und oft mangelt es an grundlegenden Dingen wie Medikamenten und Verbandszeug. “Wir tun alles, um die Behandlung der Verletzten zu beschleunigen”, erklärte Jalil. “Viele von ihnen wollen im Ausland behandelt werden, was sehr schwierig ist, und da kommt es zu Streitigkeiten.”

In Misrata stehen Hunderte Menschen Schlange, um die in einem Kühlhaus ausgestellten Leichname des gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi und seines Sohnes Mutassim zu sehen – eine Trophäenschau, urteilten europäische Medien angewidert. Gaddafis Familie verlangte die Herausgabe der Leichen: Gaddafis Witwe Safia sagte, sie müssten Gaddafis Stamm in Sirte übergeben werden. Der Nationale Übergangsrat will Gaddafi offenbar an einem geheimen Ort beerdigen lassen.

Die Straßen von Misrata sind zu einem großen Kriegsmuseum geworden. Statuen und andere Schaustücke aus Gaddafis Besitz wurden hier aufgestellt – wie die siegreichen Kämpfer stolz erklärten als deutliches Zeichen, dass die Ära der Tyrannei in Libyen endgültig vorbei sei.