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EU-Staats- und Regierungschefs gehen ohne Entscheidungen auseinander

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EU-Staats- und Regierungschefs gehen ohne Entscheidungen auseinander

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Der Krisengipfel der Europäischen Union in Brüssel ist am Sonntag ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen — sie sollen beim Folgegipfel am kommenden Mittwoch zustande kommen.

Wie hart um die Einzelheiten von Griechenlandhilfe, Eurorettung und Bankenstabilisierung gerungen wurde, war an der über einstündigen Verspätung der abschließenden Pressekonferenzen abzulesen. Ratspräsident van Rompuy kündigte bedeutende Reformen der Eurozone an, für die er Vertragsänderungen nicht ausschließen wollte:

“Die Argumente liegen auf der Hand: es ist normal, dass diejenigen, die eine gemeinsame Währung teilen, auch gemeinsam Entscheidungen treffen müssen. Es ist ja einer der Gründe dieser Krise, dass die Verwobenheit der nationalen Wirtschaften von fast allen Beteiligten unterschätzt wurde”.

Auch auf die Presseerklärungen der deutschen Kanzlerin und des französischen Präsidenten mussten die Journalisten lange warten, um dann ebenfalls überwiegend auf kommenden Mittwoch verwiesen zu werden. Angela Merkel bemerkte jedoch zum Sorgenfall Italien:

“Vertrauen wird alleine durch einen Schutzwall nicht entstehen, Vertrauen bedarf auch immer einer klaren Perspektive! Und Italien hat eine große wirtschaftliche Stärke aber Italien hat eben auch einen sehr hohen Gesamtverschuldungsstand und der muss glaubwürdig in den nächsten Jahren abgebaut werden.”

Euronews-Korrespondent Rudolf Herbert:

“Nach den Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Frankreich in den vergangenen Tagen demonstrierten die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident Sarkozy erneut Einigkeit. Europa aber und die internationalen Märkte erwarten Entscheidungen. Die Entscheidungen selbst werden jedoch erst am Mittwoch hier in Brüssel fallen.”