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Parlamentswahlen in der Schweiz: Trend zur Mitte

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Parlamentswahlen in der Schweiz: Trend zur Mitte

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Sie gehören zu den Siegern der Parlamentswahlen in der Schweiz: die Grünliberalen. Erst 2007 wurde die Partei landesweit gegründet, jetzt holte sie rund 5,3 Prozent der Stimmen, vier Prozent mehr als bei der ersten Wahlteilnahme 2007. Die Grünliberalen positionieren sich rechts von den eng mit den Sozialdemokraten verbandelten Grünen, steuern einen Kurs in der politischen Mitte.

Mehr als die Grünliberalen schaffte nur die konservative Bürgerlich-Demokratische Partei BDP: aus dem Stand gewann sie rund 5,2 Prozent. Die BDP ist eine gemäßigte Abspaltung der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei SVP, deren Höhenflug bei der aktuellen Wahl gestoppt wurde. Sie bleibt zwar mit rund 26 Prozent stärkste Partei im Parlament, musste aber Stimmen und Sitze einbüßen. Ihr Zugpferd und Vizepräsident ist Christoph Blocher.

Der sagte nach Erscheinen der ersten Hochrechnungen, man könne nicht immer nur gewinnen, das sei ja klar. Aber das Ziel seien 30 Prozent gewesen, das habe man verfehlt. Man setze sich eben immer hohe Ziele. Die Sozialdemokraten verloren zwar prozentual, konnten aber allem Anschein nach einen Sitz dazugewinnen, sie stellen jetzt 44 Nationalräte, elf weniger als die SVP. Der Präsident der Sozialdemokraten, Christian Levrat zeigte sich zufrieden: “Unser Wahlziel war es, zuzulegen. Wenn wir in Sitzen zulegen, dann ist es gut.”

Die Liberalen um Fulvio Pelli müssen ebenfalls Einbußen hinnehmen. Pelli: “Leider verlieren wir Sitze, wir verlieren auch etwas an Prozent, ungefähr wie das Wahlbarometer gesagt hatte. Aber wir sind immer noch drittstärkste Partei.”

Stimmen verloren im Vergleich zu 2007 haben auch die Grünen und die christdemokratische Regierungspartei CVP. Insgesamt waren gut fünf Millionen Menschen stimmberechtigt, zu wählen waren die beiden Kammern des Parlaments, der Nationalrat und der Ständerat. Im Dezember wird das Parlament dann eine neue Regierung wählen.