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Scharia nun auch in Libyen- was bedeutet das?

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Scharia nun auch in Libyen- was bedeutet das?

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Scharia? Da haben die meisten westlichen Fernsehzuschauer grauenvolle Bilder vor Augen, von einer Frau, die zu Tode gesteinigt wird.

Verurteilt von den gelehrten Männern des Ortes, wofür auch immer. Scharia ist aber nicht nur Strafrecht, das etwa auch vorsieht, einem Dieb die Hand abzuhacken.

Scharia – das islamische Recht, kennt anders als das vom römischen Recht abgeleitete keine festgeschriebenen Gesetze, die von demokratisch gewählten Parlamenten bestimmt wurden.

Nach dem Ende der Gaddafi-Herrschaft in Libyen, auch nach den Wahlen in Tunesien, werden besorgte Fragen in Europa wieder lauter.

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates in Libyen, Mustafa Abd al-Dschalil, verkündete nach dem Tod von Gaddafi, im neuen Leben von Libyen werde das islamische Recht Scharia wieder Grundlage aller Gesetze sein.

Weil diese Worte im Westen sofort Unruhe auslösten, erklärte er bei seiner nächsten Pressekonfewrenz: “Ich versichere der internationalen Gemeinschaft, dass wir Libyer Die entsprechende Entwicklung in Libyen dürfte wirklich schwer vorauszusagen sein. Ganz abgeschafft war im islamisch geprägten Libyen die Scharia nie. Gaddafi hat eine Art Mix aus seiner Sozialphilosophie mit dem “Grünen Buch” und der Scharia geschaffen. Fast 42 Jahre Gaddafi-Herrschaft haben ihre Spuren hinterlassen.

Frauen haben Gleichberechtigung in vielen gesellschaftlichen Bereichen als Normalität erlebt. Zumindest in den Städten.

Scharia- das ist für einen Muslim der Wegweiser für “ die Gesamtheit aller Handlungen des Menschen”. Im Alltag wird sie vor allem zur Regelung von Familienangelegenheiten wie Ehe, Scheidung, Erbe herangezogen. Zur Scharia gehört auch die Vorschrift, fünfmal am Tag zu beten, im Ramadan zu fasten und Al,osen zu geben.

Unsere Karte zeigt in Rot jene Länder, in denen die Scharia in ihrer striktesten Form gilt. Also auch mit Strafen wieder Hand abhacken für Dieben.

Gelb markiert sind Ägypten und Syrien, wo die Scharia zwar als Basis von Gesetzen gilt, aber moderat verstanden wird.

Während im westlichen Recht alles als erlaubt gilt, was nicht ausdrücklich verboten ist, interpretiert die Scharie das genau umgekehrt. Daher ist die persönliche Freiheit des Einzelnen im Scharia-Recht weit mehr eingeschränkt als im westlichen oder abendländischen.

Wichtig vor allem für die Stellung der Frauen ist, dass es keinen festgeschriebenen Gesetzes-Text gibt, auf den sie sich berufen können.

Es sind immer die gelehrten Männer vor Ort, die entscheiden, wie ein Fall zu bewerten ist.

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