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7 Milliarden Erdenbürger

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7 Milliarden Erdenbürger

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“Solch ein Gewimmel möcht´ ich sehen…” . Würde der gute alte Goethe seinem Faust auch heute noch diese Worte in den Mund legen, wenn er zum Beispiel das Gewimmel in der “Busy corner” von Hongkong sehen könnte?
Das ist das am dichtesten besiedelte Wohngebiet der Welt. 130.000 Menschen leben hier auf einem einzigen Quadratkilometer. Die Menschheit ist gerade dabei, die 7-Milliarden-Schwelle zu nehmen. Als Stichttag haben die Vereinten Nationen den 31. Oktober 2011 festgesetzt, denn so genau nachzählen kann da keiner mehr.
7 Milliarden sind wir jetzt, Ende 2011. 2050 sollen es schon 9,3 Milliarden sein, 10 Milliarden Menschen werden die Erde so etwa 2100 bevölkern.
Die Weltbevölkerung wächst pro Jahr um 80 Millionen Menschen. 43 Prozent sind inzwischen jünger als 25.
In Indien sind sogar 30 Prozent jünger als 14, das Durchschnittsalter liegt bei 25 Jahren.
Indien wird womöglich in absehbarer Zeit die Volksrepublik China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Anders als China betreibt Indien keine Politik der Bevölkerungsbegrenzung.
Schon heute leben zwei von drei Erdenbürgern in Asien. Insgesamt 4,2 Milliarden dürften es dort bis 2050 werden.
Frederika Meijer vom Weltbevölkerungsfonds betont, Indien müsse sich auf diese Zukunft einstellen. Sie sagt: “Die Urbanisierung ist im Ansteigen, es ziehen immer mehr Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Städte.”
Eng, laut, ungemütlich wird es schon jetzt in großen Städten. Die Menschheit steht an einem Scheidepunkt, muss neue Lebensweisen finden.
Auch um die vielen Menschen zu ernähren.
Und um für die immer zahlreicher werdenden alten und pflegebedürftigen Mitbürger zu sorgen.
Dieser scharfe Schnitt von Blechlawinen auf magere Ziegen zeigt ein weiteres Problem.
Derartig gewaltige Unterschiede in der Lebensqualität bei gleichzeitig besser werdenden Informations- und Verkehrsverhältnissen – das kann nicht mehr lange gut gehen.
Diese Armen sehen immer deutlicher, wie gut andere leben – und wollen es auch.
Viel wird in den kommenden Jahren von den Frauen abhängen. Familienplanung für alle?
Heute bringt eine arme Afrikanerin im Schnitt 4,2 Kinder zur Welt, eine Frau im Westen 1,7.
Und was wird aus der Geschlechterparität?
Es gibt Länder, in denen weibliche Föten gezielt abgetrieben werden, weil Mädchen ein Armutsrisiko darstellen.
Auch die Ein-Kind-Politik in China hat dazu geführt, dass viele junge Chinesen jetzt in Nachbarländern nach einer Ehefrau suchen müssen.