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Vorwürfe gegen Timoschenko belasten Beziehungen zur EU

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Vorwürfe gegen Timoschenko belasten Beziehungen zur EU

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Die ukrainischen Behörden haben ein weiteres Strafverfahren gegen Oppositionsführerin Julia Timoschenko eröffnet. Timoschenko wurde Anfang des Monats wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt. International hagelte es dafür Kritik.
 
Timoschenkos Anwalt Sergej Vlasenko sagte:
“Die EU hat bereits mehrfach zugegeben, dass dieser Fall politisch motiviert ist, und dass es sich um einen Versuch handelt, die ehemalige Regierungschefin als Kriminelle darzustellen.”
 
Es wird vermutet, dass der amtierende Präsident Viktor Janukowitsch mit den Urteilen seine stärkste Konkurrentin schwächen will.
Die aktuellen Strafverfahren drohen zudem die Beziehungen zwischen der Ukraine und der EU zu gefährden.
  
Viktor Shevts, Abgeordneter der Timoschenko-Partei sagte: “Während die Ukraine sich bemüht, auf die Europäische Union zuzugehen, werden nun Maßnahmen ergriffen, um das Land in Richtung Zollunion und in die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft zu bringen.“ 
 
Timoschenko hatte Janukowitsch vorgeworfen, die Ex-Sowjetrepublik von ihrem demokratischen EU-Kurs abzubringen und in eine Diktatur zu führen.
 
Der EU-Botschafter der Ukraine, Jose Manuel Pinto Teixeira, sagte: “Wir wollen hier keine voreiligen Schlüsse ziehen, doch es ist schon besorgniserregend, dass bei diesen neuen Vorwürfen gegen Timoschenko überhaupt nicht auf die Einwände von Seiten der EU eingegangen wird.”
 
Das neue Verfahren gegen Timoschenko könnte nun ein grosser Rückschlag  sein für die Bemühungen der Ukraine, sich an die Europäische Union
anzunähern.
 
Unser Euronews-Reporter Sergio Cantone vor Ort:
“Die Verhandlungen über das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union  gehen trotz der aktuellen Geschehnisse weiter. Doch es kommen immer mehr Zweifel auf, ob Präsident Janukowitsch sich wirklich der EU annähern möchte. “