Eilmeldung

Eilmeldung

Im Fokus: der europäische Schulden-Deal

Sie lesen gerade:

Im Fokus: der europäische Schulden-Deal

Schriftgrösse Aa Aa

Europa hat den Schwächsten in seiner Runde eine Atempause verschafft. Die Zukunft wird zeigen, ob die Staats- und Regierungschefs nach langen Verhandlungen den Euro gerettet und die Märkte wieder angekurbelt, die Schuldenkrise eingegrenzt und das Überleben der Euro-Zone gesichert haben.

Erster Teil des Abkommens: Ein Schuldenschnitt für Griechenland, das wegen seiner astronomischen Staatsverschuldung am Rand des Abgrunds steht.

Private Gläubiger wie Banken und Versicherungen erlassen dem Staat die Hälfte seiner Schulden.

Dadurch soll die Staatsverschuldung bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt werden.

Die Summe entspricht rund 100 Milliarden Euro.

Außerdem bekommt Griechenland von den EU-Staaten weitere Milliarden geliehen.

Zweiter Teil: der Rettungsfonds EFSF. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat durchgesetzt, dass die deutschen Bürgschaften für den EFSF nicht ausgeweitet werden.

Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Wegen der Unterstützung Portugals und Irlands sind davon nur rund 250 Milliarden Euro noch nicht verplant.

Um diese Summe möglichst effektiv einzusetzen, haben sich die Staaten auf eine Hebelung des EFSF geeinigt – dieser kann nun über eine Billion Euro für angeschlagene Euro-Staaten mobilisieren.

Dazu hat der EFSF zwei Optionen: Für neu begebene Staatspapiere kann er eine Anleiheversicherung anbieten. Im Pleitefall übernimmt er so einen Teil der Verluste.

Zudem kann er eine Zweckgesellschaft gemeinsam mit privaten Investoren gründen, um seine neuen Aufgaben zu finanzieren.

Dritter Teil: Die Rekapitalisierung der Banken.

Damit die Banken den Schuldenschnitt verkraften können, müssen sie bis Juli 2012 ihr Eigenkapital aufstocken – und zwar um 106 Millarden Euro, was einer Anhebung der Kernkapitalquote auf 9 Prozent entspricht.

Die 13 beteiligten deutschen Banken werden dabei weitgehend ohne Staatshilfe auskommen.

Außerdem einigte sich die Eurozone auf eine neue Arbeitsweise. So werden künftig regelmäßige Gipfeltreffen der 17 Regierungen stattfinden.