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Islamisten gewinnen erste freie Wahlen in Tunesien

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Islamisten gewinnen erste freie Wahlen in Tunesien

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Die islamistische Ennahda-Partei hat die ersten freien Wahlen in Tunesien haushoch gewonnen. Die umstrittene Bewegung um Rachid Ghannouchi bekommt nach dem vorläufigen Endergebnis 90 von 217 Sitzen in der verfassungsgebenden Versammlung. Unter dem im Januar gestürzten Herrscher Ben Ali war Ennahdha (deutsch: Wiedergeburt) verboten gewesen. Zweitstärkste Partei wurde die Mitte-Links-Partei “Kongress für die Republik” mit 30 Sitzen. Die sozialdemokratische Partei Ettakatol holte 21 Sitze.

Wahlsieger Rachid Ghannouchi verkündete nach der offiziellen Bestätigung des Wahlsieges: “Das ist ein Tag des Sieges, ein Tag des Stolzes, ein Tag der Demut. An diesem Tag haben die Tunesier mit einer Stimme gesprochen, um die Ziele ihrer Revolution zu verwirklichen.”

Liberale Tunesier fürchten hingegen einen dramatischen Wandel des Landes – bis hin zu Kopftuchzwang und Alkoholverbot. Im Wahlkampf hatte sich Ennahda, allerdings als moderne Partei dargestellt. Insgesamt waren rund sieben Millionen Tuneiser aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben.