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"Land unter" in Bangkok: "Rette sich, wer kann"

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"Land unter" in Bangkok: "Rette sich, wer kann"

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“Rette sich, wer kann”, lautet nun ganz offiziell die Devise in Thailands Hauptstadt Bangkok. Nach wochenlangem Kampf gegen Monsunfluten stehen die Außenbezirke der Zwölf-Millionen-Metropole unter Wasser.

Der Gouverneur forderte die Bevölkerung zur Flucht auf. Zehntausende Menschen haben die Stadt bereits verlassen.

Berlin rät von Reisen nach Thailand ab, der Deutschen Botschaft zufolge sind die Menschen in der Innenstadt Bangkoks noch sicher.

Am bereits geschlossenen Inlandsflughafen brachen zwei Flutdämme, Behörden und Regierung diskutieren radikale Pläne – etwa fünf

Straßen im Osten der Hauptstadt aufzureißen, um die Wassermassen ablaufen zu lassen.

Und das Schlimmste könnte noch kommen.

Am Wochenende treffen in der Hauptstadt gleich zwei Notstände zusammen:

Wassermassen aus Zentralthailand fließen Richtung Süden, gleichzeitig drängt Hochwasser im Golf von Thailand gegen die Strömung nach Norden. Mehr Wasser strömt in die Stadt als abfließen kann. Sturmflut nennt man dieses Phänomen in Hamburg, die Folge: Land unter.

Die extremen Monsunregen haben in Thailand bisher 377 Menschenleben gekostet, mehr als zwei Millionen Menschen wurden beeinträchtigt.

Im benachbarten Kambodscha wurden 247 Überschwemmungsopfer gezählt, 1,5 Millionen Menschen mussten evakuiert werden.

Die Schäden in beiden Ländern, auch an Industrieanlagen, gehen nach Schätzung der Ratingagentur Fitch in die Milliarden.

mit Reuters, dpa