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7 Milliarden Menschen trägt die Erde

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7 Milliarden Menschen trägt die Erde

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Ob dieses Baby nun wirklich der siebenmilliardendste Erdenbürger ist, kann man glauben – oder auch nicht. Denn so genau lässt sich das nicht nachzählen. Die Vereinten Nationen haben einem asiatischen Baby ebenso symbolisch die runde Zahl verpasst wie 1999 eine Milliarde früher einem kleinen Bosnier. Der lebt heute mit seiner Familie nahe Sarajewo in Armut.

Ab heute sind wir also 7 Milliarden.

9,3 Milliarden werden vorausgesagt für 2050 und zur nächsten Jahrhundertwende 10 Milliarden.

Noch hat China die höchste Bevölkerungszahl, wird aber mit Sicherheit bald von Indien überholt.

Ein Viertel der Menschheit lebt heute noch in Ländern, die als “unterentwicklet” oder “auf dem Wege der Entwicklung” bewertet werden.

Entwicklung bedeutet steigende Lebenserwartung und sinkende Säuglingssterblichkeit.

Als Ergebnis der regiden Begrenzung des Bevölkerungswachstums sind heute 25 % der Chinesen älter als 60. Der chinesischer Soziologe Professor Peng Xizhi sieht die chinesische ´Ein-Kind-Politik` kritisch, weil damit viel zu wenige junge Menschen da sind, um die immer älter werdenden zu versorgen. Er meint, die daraus entstehenden Kosten seien höher als jene der befürchteten ´Bevölkerungsexplosion´

Zunächst haben die Industriestaaten im Westen ihr Problem mit der älter werdenden Bevölkerung, mit den immer zahlreicher werdenden Senioren, die Pflege und Betreuung brauchen.

Brauchten 1950 noch 200 Millionen Menschen weltweit Pflege, so sind es heute schon fast 900 Millionen, um 2020 dürften es eine Milliarde sein, um 2050 dann 2 Milliarden – das wären dann 22 % der Weltbevölkerung. Die Gründe sind einfach zu erklären: Um 1950 betrug der weltweite Durchschnitt 5 Kinder pro Frau. Seit 2005 hat sich dieser Wert halbiert – und gleichzeitig leben die Menschen länger. Um 1950 lag die Lebenserwartung bei 47 Jahren, heute sind es im Welt-Durchschnitt 65, bis 2050 dürften es 75 Jahre sein. Und dann haben auch die Baby-Boom-Jahre zwischen dem Ende des II.Weltkrieg und Mitte der 1960er Jahre ihren Beitrag geleistet.

Bildungspolitiker können ein Lied davon singen.

Und jetzt kommen die Baby-Boomer ins Rentenalter.

Der Fachmann für Bevölkerungspolitik bei der WHO, Alexandre Kalache, kritisiert: “Wir ignorieren die Rechte dieser älteren Mitbürger. In der Gesundheitsversorgung erleben sie: Diskriminierung. Bei der Entwicklung ihrer geistigen Fähigkeiten: Diskriminierung. Bei Jobs? Diskriminierung.”

Der Bevölkerungszuwachs nimmt keine lineare Entwicklung. Es ändern sich mit Ernährung und Bildung auch die Fähigkeit und das Bedürfnis, länger zu arbeiten.