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Berlin: Maximalkrach über Mindestlöhne


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Berlin: Maximalkrach über Mindestlöhne

Fünf Millionen deutsche Arbeitsverträge wären in Frankreich illegal – der vereinbarte Lohn liegt unter dem französischen SMIC – dem garantierten Mindestlohn von zur Zeit neun Euro pro Stunde. 1,2 Millionen Deutsche verdienen immer noch weniger als die schlechtestbezahlten Briten – sie bekommen knapp sieben Euro pro Stunde.

Friseurin Traudel Jans, Inhaberin des Frisörsalons Kalamistra in Berlin über die Folgen:

“Es wird Zeit, dass der Mindestlohn kommt. Es gibt Frisörinnen, die haben einen Zweitjob, wenn sie alleine leben – sie können von dem Geld nicht alleine leben. Oder sie haben einen Partner, der sie finanziell unterstützt, oder die Eltern unterstützen sie. Und aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass Frisöre auch von ihrem Geld leben können.”

In der Regierungspartei CDU wird nach jahrelanger Ablehnung mit dem Wohlwollen der Kanzlerin ein bundesweiter Mindestlohn diskutiert, festzulegen von den Tarifpartnern. Für Angela Merkel eine Frage der Würde der Arbeit.

Für die mitregierende FDP eine Provokation und die dritte Kehrtwende nach Wehrpflicht und Atomkraft.

Christian Lindner FDP-Generalsekretär:

“…einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn lehnen wir ab, Zitat-Ende. Das gilt fur die FDP weiter fort. Schwarz-Gelb wird keine rot-grüne Politik machen.”

In einer Umfrage fanden 82 Prozent der Deutschen einen gesetzlichen Mindestlohn “wichtig” oder “sehr wichtig”.

Von den restlichen 18 Prozent träumt die FDP – seit ihrem grandios gescheiterten “Projekt 18”.

mit dpa

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