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EZB: Mario Draghi folgt auf Jean-Claude Trichet

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EZB: Mario Draghi folgt auf Jean-Claude Trichet

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Ein neues Gesicht an der Spitze der Europäischen Zentralbank: Der Italiener Mario Draghi übernimmt den Posten des obersten europäischen Währungshüters – und er tut das zu einem schwierigen Zeitpunkt; mitten in der größten Krise der europäischen Gemeinschaftswährung. Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet bemühte sich, alle Bedenken zu zerstreuen, dass Draghi einen Kurswechsel in der EZB-Politik vornehmen könnte. “Wir müssen auf jeden Fall glaubwürdig bleiben”, sagte Trichet, “und daher müssen wir unserenStandardmaßnahmen, also Zinsmaßnahmen, und andere Möglichkeiten nutzen. Wir können und wollen keine Regierungen ersetzen.”

Analysten spekulieren bereits, mit welchen Mitteln Draghi die Krise bekämpfen wird. Große Änderungen jedoch werden wenigstens vorerst nicht erwartet. “Wir nehmen an, dass die EZB mehr oder weniger die gleiche Politik verfolgen wird wie bisher”, meint Händler Oliver Roth. “Jetzt warten wir auf die nächste EZB-Sitzung, dabei wird wahrscheinlich der Leitzinssatz von 1,5 auf 1,25 Prozent gesenkt.”

Manche Experten allerdings meinen, angesichts der relativ hohen Inflation im Euroraum werde Draghi noch keine Zinssenkung vornehmen, um nicht gleich in den Ruf einer wenig stabilitätsorientierten so genannten “Taube” zu geraten.