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Proteste gegen Überflutung

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Proteste gegen Überflutung

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In Thailand ist es zu Protesten gegen die absichtliche Überflutung der Region nördlich von Bangkok gekommen.

Die Regierung hatte das Gebiet als Staubecken für die Wassermassen aus dem Norden ausgewiesen, um die Hauptstadt selbst vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Betroffene Bewohner, Landwirte und Unternehmer sehen sich jedoch jetzt in ihrer Existenz bedroht.

Wenn das Hochwasser weiter kontrolliert in Richtung Meer geleitet werden könne, würden die Pegelstände in der Hauptstadt nicht weiter steigen, so der Krisenstab.

In der Provinz ist man über das Vorgehen der Regierung erzürnt. Ein Bauer:“Sehen Sie, wie schlecht die Wasserqualität hier ist! Das Wasser stinkt!! Wie sollen wir damit leben?? Auf UNS hört die Regierung nie! Die hat nur Angst, dass Bangkok noch mehr überschwemmt werden könnte.Wir sind denen doch völlig egal!”

Die thailändische Regierung erwägt daher, nach den

verheerendsten Überschwemmungen seit 50 Jahren ein milliardenschweres Wiederaufbauprogramm aufzulegen. Dies solle dann auch ganz besonders den Provinzen zugute kommen, die jetzt durch ihren selbstaufopferungsvollen Einsatz zu leiden hätten,- so verspricht es jedenfalls die Regierung.

Seit Mitte Juli leidet Thailand nun schon unter enormen Überschwemmungen. Zuerst berührt das so sichtbare Leid der Bevölkerung. Aber auch der Wirtschaft des Landes hat das Hochwasser bereits schwere Schäden zugefügt. Die Erwartungen in die Wachstumsrate musten revidiert werden.

3.7% nur noch für 2011 und als Folgewirkung dann 2012 höchstens 2 %

Thailand hat eine entwickelte Automobilindustrie, hat einen der wichtigsten Automibilmärkte Asiens.

Im Moment sind Zufahrtsstraßen für Zulieferer ebenso im Wasser versunken wie Auslieferungswege für fertige Produkte.

Um die zehntausend Fabriken aller Größenordnungen und Produktionsbereiche mussten ihre Produktion einstellen. Mehr als 600.000 Arbeitsplätze stehen aufr dem Spiel.

Lin Hong von der “Bangkok Bank” schätzt die bisherigen Verluste auf eine Summe zwischen 11,4 und 14,7 Milliarden US-Dollars. Die 5 wichtigsten Industrieparks des Landes sind verwüstet durch das Hochwasser in der Region nördlich von Bangkok.

Der Autoexport trägt normalerweise 60% zum BIP des Landes bei. Und der dürfte im vierten Quartal 2011 um 13 % einbrechen. Herr Lin Hong, der Finanzfachmann, sorgt sich jetzt schon um den 2012 sinkenden Export. Nach Autos sind elektronische Bauteile das zweitwichtigste Exportgut. Und auch viele dieser Fabriken sind Opfer der Fluten.

Thaïland ist auch der weltgrößte Reisexporteur.

Aber eben nur, wenn das Wasser zur rechten Zeit in der richtigen Menge kommt. Jetzt sind anderhalb Millionen Hektar überflutet und verwüstet.

Die Regierung hat bereits angekündigt, dass der Reisexport im nächsten Jahr um 30% verringert werden muss. Der Finanzfachmann erinnert in diesem Interview für westliche Zuschauer daran, dass es in Thailand ja zwei Reisernten im Jahr gibt.

Das heisst, es sind schon 2 Exportrunden verloren.

Statt Export nun also verstärkt Import, zunächst aus Malaysia.

Thailand lebt auch vom Tourismus.

Wenn die Heiligtümer nasse Füsse haben, kommen keine Devisen bringenden Besucher.