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"Tag des Jubels": UNESCO nimmt Palästina auf

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"Tag des Jubels": UNESCO nimmt Palästina auf

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Die UNESCO hat Palästina als Vollmitglied aufgenommen. Bei der Generalkonferenz der Organisation in Paris stimmten 107 Länder für den Aufnahmeantrag der Palästinenser, 14 Staaten waren dagegen, 53 enthielten sich.

Am frühen Nachmittag war es soweit, die ungarische Sitzungspräsidentin Katalin Bogyay verkündete die Nachricht.

Die Freude bei Palästinensern wie Unterstützern war groß, nicht zuletzt, weil der Antrag heftig umstritten war. Die USA, die neben Deutschland, Kanada und Israel zu den Gegnern einer Aufnahme gehörten, kündigten sogar ihren Austritt aus der Unesco an, sollte der Antrag Erfolg haben. Damit würde die UNESCO allerdings ihren größten Geldgeber verlieren.

Nach Angaben von US-Außenministerin Hillary Clinton ist es der US-Regierung qua Gesetz verboten, Organisationen zu finanzieren, die die Palästinenser als Mitglied akzeptieren.

Die Antragsgegner waren der Auffassung, Palästina könne erst nach neuen Friedensverhandlungen mit Israel ins Boot geholt werden.

Zu den Unterstützern zählten bei der Abstimmung China, Indien und mehrere lateinamerikanische Länder. Jetzt müssen die Palästinenser die UNESCO-Verfassung ratifizieren, damit die Mitgliedschaft wirksam wird. Die UNESCO ist die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Ein Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem “Tag des Jubels”, man sei näher an der Unabhängigkeit denn je zuvor.

Die palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi begrüßte den Schritt, es sei ein wichtiger Triumph des menschlichen Geistes gegenüber Einschüchterung und Zwang, sagte sie der dpa.