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UNESCO trotzt den USA: Palästina wird Vollmitglied

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UNESCO trotzt den USA: Palästina wird Vollmitglied

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Die Unesco hat am Montag Palästina als Vollmitglied aufgenommen. Ungeachtet aller Warnungen ihres größten Geldgebers, der USA, stimmten 107 Mitgliedstaaten für den umstrittenen Antrag. Die USA und Israel hatten vor der Abstimmung gedroht, der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Geldhahn zudrehen.

“Der einzige Weg zur palästinensischen Staatlichkeit verläuft über direkte Verhandlungen. Es gibt keine Abkürzungen und wir glauben, Schritte wie der heutige sind kontraproduktiv”, erklärte US-Botschafter David Killion.

Israel verurteilte die Entscheidung als “rein symbolische Geste”: “Wir bedauern, dass eine Wissenschaftsorganisation eine Resolution annimmt, die reinste Sience Fiction ist. Unglücklicherweise gibt es keinen palästinensischen Staat und deshalb hätte keinen solcher Staat heute aufnehmen sollen”, sagte der israelische UNESCO-Botschafter Nimrod Barkan.

Die Palästinenser reagierten hingegen begeistert. Außenminister Riad al-Maliki sprach von einem “großen Sieg für das palästinensische Volk, auf den es 60 Jahre gewartet habe”.

Die UNESCO-Entscheidung kam nicht überraschend. Es gibt eine große Mehrheit von Ländern, die die Palästinenser unterstützen. Die Ankündigung der USA, die Finanzierung der UNESCO einzustellen, wurde als Erpressung betrachtet, und habe sich zugunsten der Palästinenser ausgewirkt, hieß es. Österreich stimmte für die Vollmitgliedschaft Palästinas, die Schweiz enthielt sich, Deutschland gehörte zu den 12 Staaten, die der US-Ablehnung folgten.

Die USA machten ihre Drohung unverzüglich war und stoppten noch am Montag alle Zahlungen an die UNESCO.