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Energie in der Großstadt Singapur

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Energie in der Großstadt Singapur

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Energie: Sie wird erzeugt, verbraucht und ausgestoßen. Unsere Städte haben großen Appetit darauf.

Wie kann diese Art von Strom- und Treibstoffverbrauch richtig nachhaltig sein?

Gerhard Schmitt, Direktor des Singapore ETHCentre
“Eine nachhaltige Stadt ist eine, die über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte sehr gut überleben kann, die wirklich gut funktioniert und wo die verschiedenen Flüsse, also Stofflüsse, Materialflüsse, aber auch die Ein- und Auswanderung von Menschen eben nachhaltig sind, dass etwas nicht unterbrochen wird, sondern dass es wirklich immer weitergeht und eigentlich immer besser wird.”

Skylines und Wolkenkratzer sind erbaut worden, um zu beeindrucken. Und sie können eine beeindruckende Menge an Energie absaugen.

Rani Virdee von der CarbonNeutral Company :“Wenn wir auf die Entwicklung von Megastädten schauen und auf deren nachhaltige Entwicklung, ist das eine ziemliche Herausforderung heute. Weil wir diese Städte mit der Benutzung von fossilen Brennstoffen entwickeln, also gibt es eine enorme Menge an grauer Energie in diesen Gebäuden, die wir um uns herum sehen.”

Singapur ist eine der vielen Städte in der Welt, die vor der Herausforderung stehen, den Kohlenstoff-Austoß zu reduzieren.

Der erste Schritt ist es, den Energieverbrauch zu reduzieren – weniger ist mehr.

Diese Wohnanlage ist ein Testfeld für neue Ideen.

Die Gebäude sind dem Wind zugewandt und entgegen der Sonne, natürliche Belüftung wird der Klimaanlage vorgezogen, und auf den Dächern wird Regenwasser zum Schutz gegen die Sonne gesammelt.

Auf dieser Anlage werden Pflanzen getestet, um zu sehen, wie sie helfen können, gegen die Hitze zu isolieren.

Alan Tan vom HDB Building Research Institute:
“Einer der Vorteile, die wir von dieser Art von Grün-Anlagen haben, ist, dass sie helfen, die Umgebungstemperatur um mehr als zwei Grad zu verringern. Und auch auf der Oberfläche des Daches selbst – im Vergleich mit einer Betonfläche – kann die Oberflächentemperatur um bis zu 15 Grad gesenkt werden. So hilft das am Ende, den Lebensraum für die Bewohner in unserem Bezirk zu kühlen.”

Energieeffizienz kann erhebliche Einsparungen bringen, aber die Energie muss natürlich noch immer irgendwoher kommen.

Welches Potential gibt es für Solaranlagen in einer Stadt wie Singapur?

Joachim Luther, Professor am Solar Energy Research Institute of Singapore
“Es ist relativ einfach in Singapur 15 Prozent des Stromes zu erzeugen. Ich denke, mittel bis langfristig kann man auch 30 Prozent des Stromes hier in Singapur aus Solarenergie erzeugen.
Sie werden in hochverdichteten Städten nicht 100 oder 50 Prozent erzeugen können, dazu braucht man das Umland.”

Solar ist noch in den Kinderschuhen in den meisten Städten. Ein Grund dafür ist, dass ohne staatliche Subventionen Photovoltaik teurer als fossile Kraftstoffe ist.

In diesem Forschungslabor arbeiten Wissenschaftler an der Effizienz. Sie wollen dieses Hindernis überwinden.

Joachim Luther
“Wir sind heute bei den besten von der Industrie verfügbaren Solarmodulen im Bereich von 20 Prozent, also 20 Prozent des Lichtes wird umgewandelt in Strom. Das lässt sich sicher noch um einige Prozent steigern, mit der heutigen Siliziumtechnologie.”

Es ist in absehbarer Zeit unrealistisch, sich eine Stadt vorzustellen, die nur auf erneuerbare Energien setzt.

Manche fördern die Klimakompensation – ein Instrument zur Unterstützung sauberer Energie-Projekte, um die Treibhausgas-Emissionen zu kompensieren.

Aber es ist nicht immer leicht zu verkaufen.

Rani Virdee, Managing Director Asia Pacific, The CarbonNeutral Company
“Mein persönliches Gefühl hier für Singapur ist, dass wir noch eine Menge Bildungsarbeit vor uns haben und ein Bewusstsein schaffen müssen. Das geschieht durch eine ganze Vielzahl von Aktivitäten. Ich denke, es ist ein Irrglaube bei Unternehmen, dass die Umsetzung eines Kohlenstoff-Management-Programms viel Geld kosten muss, das tut es nicht, es spart sogar Geld.”

Die Welt-Städte wachsen, und damit steigt auch die Nachfrage nach Energie.

Nirgends ist das deutlicher als in Asien.

Die Entwicklung sauberer Energie hier ist im Fokus der Aufmerksamkeit.

Gerhard Schmitt, Director, Singapore ETH Centre
“Hier, fünf, sechs Stunden Flugzeit um Singapur herum, werden in den nächsten Jahren über eine Milliarde Menschen in Städte ziehen, die überhaupt noch nicht existieren. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Städte nachhaltig geplant sind und die Städte, die schon existieren, umgebaut werden, so dass die auf lange Frist nachhaltig sind.”

Schaut man in die Zukunft einer modernen Stadt, ist es klar, dass das Rätsel des nachhaltigen Wachstums und sauberer Energie ein erhebliches Problem ist, das bei weitem nicht gelöst ist.