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Umweltflüchtlinge - ein Drama mit zunehmender Brisanz


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Umweltflüchtlinge - ein Drama mit zunehmender Brisanz

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Flüchtlinge. Sie sind wahrscheinlich der sichtbarste Ausdruck der Folgen der Klimaerwärmung.

Und sie sind eines der Themen, die in einem von der Regierung in Großbritannien in Auftrag gegebenen Bericht behandelt werden.

Es geht um die Auswirkungen von Hochwasser, Dürren und dem ansteigenden Meeresspiegel auf Flüchtlingsbewegungen in den nächsten fünfzig Jahren.

Unser Euronews-Korrespondent in London hat einen der Autoren des Berichts dazu befragt.

Richard Black:

“Der Klimawandel führt zu mehr Überschwemmungen, Dürren und Stürmen und zwingt Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Aber es gibt bereits heute Menschen, die sich in Gebieten ansiedeln, die diesbezüglich sowieso schon gefährdet sind. Darüber hinaus gibt es wahrscheinlich jetzt schon Millionen Menschen, die an solch gefährdeten Orten gefangen sein werden. Wir müssen also unser Verständnis davon erweitern, wie Migration und Klimawandel zusammenhängen.”

In den vergangenen Jahren haben sich Flüchtlingsströme als ziemlich kompliziertes Phänomen erwiesen, das die Autoren des Berichts zu analysieren versucht haben.

Richard Black:

“In den letzten vier Jahrzehnten waren Bergregionen Gebiete, aus denen Menschen konsistent weggezogen sind. Außer in Nordamerika. Das gilt weltweit auch für trockene Gegenden. In den letzten beiden Jahrzehnten hat diese Entwicklung noch zugenommen. Dagegen ist die Bevölkerung in nieder gelegenen Küstengebieten, zum Beispiel in den Deltas der großen Flüsse, massiv gewachsen. Zu einem großen Teil liegt das an der Migration in diese Gebiete.

Nun migrieren also viele Menschen in diese äußerst gefährdeten Gegenden. Gefährdet zum Beispiel wegen des Ansteigens des Meerwasserspiegels, der Tropenstürme, oder zunehmender Überschwemmungen. Man muss also bedenken, dass der Klimawandel Menschen nicht nur zwingt, gefährdete Gebiete zu verlassen, sondern auch Gebiete betrifft, in die die Menschen ziehen.”

Aber um viele Menschen geht es dabei eigentlich?

Richard Black:

“Es ist sehr schwierig, die Zahl der Migranten in der Zukunft anzugeben. Zur Zeit gibt es weltweit über 200 Millionen. Wenn wir bedenken, dass die Weltbevölkerung wächst: Wir haben gerade 7 Milliarden erreicht und rechnen mit 9 Milliarden im Jahr 2060. Auch wenn der Anteil der Flüchtlinge gleich bleibt, also bei circa 3 Prozent, könnten wir im Jahr 2060 mit weiteren 80 Millionen rechnen. Es ist schwierig zu sagen, ob der Klimawandel diese Nummer ansteigen oder verringern lassen wird. Unabhängig davon wird es eine große Zahl internationaler Migranten und Migranten geben, die innerhalb ihres eigenen Landes umherziehen. Aber es wird auch Millionen Menschen geben, die nicht migrieren, aber durch extreme Klimavorkommnisse wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Ähnliches gefährdet sind.”

Die Autoren des Reports empfehlen der Politik, Migrationen zu planen und vorausschauend durchzuführen. Das könne die Wahrscheinlichkeit humanitärer Katastrophen in der Zukunft reduzieren.

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