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Wütende Liquidatoren

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Wütende Liquidatoren

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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben sogenannte Liquidatoren gegen Sparbeschlüsse der Regierung protestiert.

Die Veteranen ehemaliger Tschernobyl-Aufräumkommandos hatten bislang verschiedene Vergünstigungen und Rentenzuschüsse erhalten, die ihnen nun gestrichen werden sollen.

Die Kürzung geht zurück auf einen Parlamentsbeschluss vom September, der massive Sparmaßnahmen vorsieht.

Ein Betroffener beklagt sich:“Ich hab kein Geld für Medizin. Nach zwei Herzinfarkten muss ich mich hierher schleppen, um mein Geld einzufordern. Ich hab sonst nichts, womit ich Medikamente kaufen könnte! Die haben mir doch schon meine letzten Kopeken genommen. Dabei hab ich eine Frau und zwei Kinder. Wir nehmen jetzt das Parlament Stein für Stein auseinander und hängen die Abgeordneten jeden einzeln auf!”

Die Liquidatoren, zumeist ahnungslose Soldaten, wurden 1986 nach der Havarie des ukrainischen Atomkraftwerks in Tschernobyl von der Sowjetführung zur Schadensbegrenzung direkt in das verstrahlte Kraftwerk beordert.

Mangels ausreichender Schutzausrüstung trugen sie oft schwere gesundheitliche Schäden davon oder verstarben früh.