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Film: "La source des femmes" - Sex-Entzug für eine Wasserleitung

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Film: "La source des femmes" - Sex-Entzug für eine Wasserleitung

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In einem verlassenen Dörfchen irgendwo zwischen Nordafrika und dem Nahen Osten wollen Frauen, dass ihre Männer ihnen eine Wasserleitung bauen. Um ihr Ziel zu erreichen, treten sie in Sex-Streik – bereits in der griechischen Antike ein bewährtes Mittel zum Zweck.

Der rumänischstämmige Regisseur Radu Mihaileanu, bekannt durch Filme wie “Zug des Lebens” und “Das Konzert”, wollte für “Die Quelle der Frauen” zuerst nicht selbst Regie führen.

Radu Mihaileanu:

“Ich habe jahrelang nach einer arabischen Regisseurin gesucht, aber keine gefunden. Doch die, denen ich die Geschichte im Lauf der Zeit erzählte, ermutigten mich, den Film doch selbst zu machen. Aber ich hatte Angst davor und sagte nein. Ich komme nicht aus dieser Kultur. Ich bin Jude, deshalb werden sie mir sagen, dass ich Jude bin, das nicht verstehen kann und der Feind bin.”

Cast und Crew verbrachten einen Monat in einer marokkanischen Stadt, um dort den lokalen Dialekt zu lernen. Denn die Schauspieler kommen aus der gesamten arabischen Welt. Die algerischstämmige Französin Leila Bekhti spielt die Hauptfigur.

Leila Bekhti:

“Ich war mir nicht bewusst, dass diese Männer, und auch die Frauen, keinen Zugang zu Wissen hatten. Am Set ist mir bewusst geworden, dass es einem eine ungeheure Freiheit gibt, wenn man lesen und schreiben kann. Und einen Mangel an Freiheit, wenn man es nicht kann. Das war mir nicht bewusst.”

Der Sexstreik der Frauen im Film stellt immer mehr die traditionellen Geschlechterrollen in Frage.

Regisseur Mihaileanu hält die Revolte in seinem Film für repräsentativ für die Aufstände, die in Nordafrika in diesem Jahr bereits zum Sturz mehrerer Dikatoren geführt haben.

Radu Mihaileanu:

“Natürlich sind mir die Zuschauer im Westen wichtig. Aber vor allem möchte ich, dass Frauen in arabischen Ländern ihn sehen. Ich möchte ihnen sagen: Vergesst nicht, dass ihr Recht habt. Im Koran habt ihr so viele Rechte, die euch der Prophet Mohammed gegeben hat. Aber viele Männer lügen diesbezüglich und sagen, dass ihr keine Rechte habt. Lest den Koran, und ihr habt Rechte. Ihr existiert. Wie Leila sagt: “Ich muss existieren”. Im Koran existiert ihr, also holt euch eure Rechte zurück.”

Der Film war Teil des Wettbewerbs beim Filmfest in Cannes und läuft jetzt in den französischen Kinos.