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Türkische Migranten: Wie aus "drei, vier Jahren" fünfzig wurden

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Türkische Migranten: Wie aus "drei, vier Jahren" fünfzig wurden

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Willkommen Reccep Tayip Erdogan in einer der 25 größten türkischen Städte – Berlin.

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff empfing den Ministerpräsidenten der Türkei, um 50 Jahre Zuwanderung zu feiern.

“Deutsche Staatsbürger türkischer Abstammung spielen eine zentrale Rolle für die freundlichen Beziehungen beider Länder”, so Erdogan friedfertig. 2008 hatte er in Köln noch gewettert, niemand solle sich einer Assimilation unterwerfen, denn das sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Mit einem Sonderzug von Istanbul nach München erinnerte die Türkei an den Beginn der Migration von Arbeitskräften nach Deutschland. Deutsche Medien revanchierten sich mit zahllosen Sonderseiten und Beilagen.

Mehmet Ali Zaimoglu (71):

“Wir haben gesagt, höchstens drei, vier Jahre und dann gehen wir wieder zurück, so ungefähr. Wir sind geblieben. Meine Enkelkinder zum Beispiel, wenn sie in den Urlaub gehen, wird ihnen nach zwei Wochen langweilig und sagen, Mama, Papa, wir wolen wieder zurück. Das ist ihre Heimat hier, sie sind hier geboren, sie gehen hier in den Kindergarten und die Schule. Das ist ihr Land. Deswegen bleiben die hier. Wir müssen so schnell wie möglich die Integration schaffen.”

Das Bemühen um diese Integration der größten Zuwanderergruppe in Deutschland – dazu zählen etwa drei Millionen Menschen – sehen manche Betroffene allerdings eher kritisch. So werden im deutschen Schulsystem nach wie vor viele Migrantenkinder früh abgehängt.

Der Politiker Cem Özdemir:

“Lange Zeit haben weder die Türkei noch Deutschland genug getan für diese Leute.”

mit Reuters,dpa