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China: Retter in höchster Not?

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China: Retter in höchster Not?

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In fünf bis zehn Jahren könnte sie die Nr 1 sein, die Wirtschaftsmacht China. Um die ausufernde Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, wenden sich die Europäer verzweifelt an das boomende China und seine riesigen Devisenreserven:

Peking besitzt mit rund 3,2 Billionen Dollar die größten Währungsreserven der Welt.

Schätzungsweise ein Viertel davon in Euro.

Devisenreserven, die angehäuft werden konnten, dank enormer Exportüberschüsse, die zustandekamen, durch konkurrenzlos niedrige Lohnstückkosten der Produkte “Made in China”.

Möglich jedoch war all das nur, durch einen künstlich niedrig gehaltenen Wechselkurs des chinesischen Yuan zum Dollar. Bis heute ist die Währung Pekings nicht frei konvertierbar.

Wichtigster Handelspartner der Chinesen ist die Europäische Union, die 2010 Waren für 113 Milliarden Euro nach China exportiert hat. Das sind 38 Prozent mehr als 2009.

China exportierte Richtung Europa Waren für 282 Milliarden Euro. 31 Prozent mehr als 2009.

Die Chinesen haben daher größtes Interesse, sich ihre besten “Kunden” zu erhalten. Die ersten 8 Monate 2011 nahmen die chinesischen Ausfuhren in die EU deutlich langsamer zu als zuvor (16,5%).

Bezüglich der Investitionen liegt die EU vor China, wurden doch 2010 von der EU rund 4,9 Milliarden Euro in China investiert, umgekehrt aber nur 0,9 Milliarden chinesisches Kapital in Europa.

Politische Beobachter sehen die aktuelle Krise nun als DIE Chance, für China, den ökonomischen Führungsanspruch gegenüber der EU deutlich auszubauen. Sicherlich: es ist ein Wagnis.

“Ob gestern, heute oder morgen: China wird sich immer finanziell in Europa engagieren.”

Als Gegenleistung für dieses Engagement könnte Peking schon im nächsten Jahr erhebliche Handelserleichterungen für den EU-Markt erhalten.

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