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Athen: Tanz auf dem Vulkan

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Athen: Tanz auf dem Vulkan

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Der griechische Ministerpräsident Giorgios Papandreou stellt sich am Freitagabend einer Vertrauensabstimmung im Parlament. Der Ausgang der Abstimmung gilt als offen. Papandreou will mit der konservativen Opposition Nea Dimokratia (ND) eine Übergangsregierung bilden. Oppositionschef Antonis Samaras aber fordert den Rücktritt Papandreous. Hinter den Kulissen wird hektisch verhandelt.

Der Präsident der Europäischen Komission José Manuel Barroso begrüßt die Idee einer Übergangsregierung: “Wir respektieren die griechische Demokratie und das Recht Griechenlands über sein Schicksal selbst zu entscheiden. Gleichzeitig muss Griechenland zeigen, dass es die Verpflichtungen, die es eingegangen ist, einhält. Nationale Einheit ist der Schlüssel. Wir brauchen eine starke Verpflichtung der wichtigsten Akteure, die gegenwärtigen Schwierigkeiten lösen zu wollen”, erklärte Barroso.

Immer mehr Normalbürger haben vom Taktieren ihrer Politiker einfach die Schnauze voll: “Alberne Handlungen einer albernen Regierung. Sie verzichten auf das Referendum. Es hätte niemals ein Referendum geben sollen, sondern Neuwahlen, damit die Menschen die Entscheidung treffen”, meint Andreas Avlonitis, den wir vor einer Athener U-Bahn-Station angesprochen haben.

Papandreou spielt auf Zeit. Sollte er die Vertrauensabstimmung verlieren wird die Lage noch unübersichtlicher. Mitte Dezember soll dem Land das Geld ausgehen. Bis dahin bräuchte es eine Regierung, die dem Rettungspaket zustimmt.

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