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Sirte: Schlechte Zeit für Schafhändler

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Sirte: Schlechte Zeit für Schafhändler

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In Sirte, der Geburts- und Todesstadt Gaddafis, klaffen überall die frischen Wunden des Bürgerkriegs. Es fehlt praktisch an allem, und das macht sich gerade jetzt zum Zeitpunkt des islamischen Opferfestes Eid al-Adha besonders bemerkbar. Viele Menschen aus Sirte haben in den Kriegswirren ihre Jobs verloren, manche seit Monaten kein Gehalt bekommen, und die Schafe, die zum Fest traditionell von jedem, der es sich leisten kann, geschächtet werden, sind derzeit regelrechte Ladenhüter.

Ein Händler sagte: “Ich merke nichts vom Eid. Es ist ein ganz normaler Tag; ein deprimierender Tag. Die Vorstellung zu feiern ist weit weg.”

Für die wenigen Menschen, die noch oder wieder in Sirte sind, ist es eine trostlose Zeit. Eine Frau, die zusammen mit Mann und den vier Kindern wieder in ihre verwüstete Heimatstadt zurückgekehrt ist sagte:

“Hier ist kein Eid. Es gibt keine neuen Kleider. Wir haben keine Geschenke für die Kinder, nichts zu essen. Es gibt kein Gas zum Kochen, wir haben nichts.”

In der Hauptstadt Tripolis haben Schafverkäufer mehr Erfolg, mancher Kunde allerdings beschwert sich über gestiegene Preise, auch hier haben viele seit langem keinen Lohn mehr bekommen. Am Eid al-Adha wird Abrahams gedacht, der bereit war, Gott seinen Sohn Ismael zu opfern.