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Griechenland wartet auf neue Regierung

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Griechenland wartet auf neue Regierung

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Die Staatspleite steht vor der Tür, und Griechenland
wartet gespannt auf den Namen des neuen Ministerpräsidenten, der das Land retten soll.
Die Gerüchteküche favorisiert den ehemaligen Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos.
 
Auch Finanzminister Evangelos Venizelos wird als möglicher Kandidat genannt. Am Wochenende hatte ein Krisengespräch zwischen dem noch regierenden Ministerpräsidenten Giorgios Papandreou, dem Chef der Oppositionspartei ND, Antonis Samaras, und Staatspräsident Karolos Papoulias stattgefunden.
 
Papandreou, der seit 2009 amtiert, musste nach scharfer internationaler Kritik in der vergangenen Woche seine Forderung nach einer Volksabstimmung über die Rettungsmaßnahmen
zurücknehmen.
 
Er gewann zwar in der Nacht zum Samstag eine Vertrauensabstimmung im Parlament, zeigte sich aber anschließend bereit zum Rückzug.
 
Die Spitzen der Eurogruppe machten die Auszahlung
der nächsten Milliarden-Hilfstranche an Griechenland von einem klaren Bekenntnis zu dem geplanten Sparpaket abhängig.
 
Papandreou tritt ab
 
 
44 Prozent der griechischen Wähler haben ihm 2009 ihre Stimme gegeben. Giorgos Papandreou wollte eigentlich den Armen helfen, an denen seinerzeit der wirtschaftliche Aufschwung nach Einführung des Euro vorbeigezogen war. Schon sein Vater Andreas war griechischer Ministerpräsident, ebenso wie der Großvater.
 
Der heute 59-jährige Giorgos Papandreou musste aber anstatt seinen sozialistischen Wurzeln zu folgen, den Konkurs seines Landes verhindern und zu unpopulären Maßnahmen greifen.
 
Zehntausende gingen auf die Straße, um gegen Sparmaßnahmen und Kürzungen zu demonstrieren, und auch außenpolitisch geriet Griechenland wegen der anhaltenden Finanzkrise immer mehr unter Druck – bis Papandreou in der vergangenen Woche ein Referendum über die Sparmaßnahmen ankündigte und es anschließend wieder zurück zog.
 
Papandreou hat in Kanada, den USA, Schweden und Großbritannien gelebt. Er gilt als nicht nur politisch als ausdauernd und fährt gern Fahrrad und raucht nicht - doch die Finanzkrise hat ihm nun die Luft aus den Segeln genommen.
 
Eine Vertrauensabstimmung im Parlament gewann er in der Nacht zum vergangenen Samstag zwar noch, doch anschließend zeigte er sich bereit zum Rückzug. Die Spitzen der Eurogruppe machten die Auszahlung der nächsten Milliarden-Hilfstranche an Griechenland von einem klaren Bekenntnis zu dem geplanten Sparpaket abhängig.