Eilmeldung

Eilmeldung

Paris: Ex-Terrorist Carlos steht erneut vor Gericht

Sie lesen gerade:

Paris: Ex-Terrorist Carlos steht erneut vor Gericht

Schriftgrösse Aa Aa

Der frühere Terrorist Carlos steht wieder vor Gericht.

In Paris hat ein Prozess begonnen, bei dem es um vier Anschläge in Frankreich Anfang der achtziger Jahre geht.

Die Anklage macht Carlos – mit richtigem Namen Ilich Ramírez Sánchez – für diese Anschläge verantwortlich. Demnach wollte er damit die Freilassung von zwei Mitkämpfern erpressen, die kurz zuvor in Frankreich festgenommen worden waren.

1994 war Carlos im Sudan gefasst worden, drei Jahre später wurde er in Frankreich schon zu Lebenslang verurteilt – damals wegen eines Dreifachmords aus den Siebzigern.

Auf den jetzigen Prozess hätten die Opfer dreißig Jahre lang gewartet, meint Philippe Rouault, der vor

dem Gerichtsgebäude gewartet hat. Er sei damals selber verletzt worden; für alle Opfer sei es ein wichtiger Tag. Er hoffe auf eine kleine Geste des

Mitgefühls von Carlos und darauf, dass er etwas zu den Taten sage.

Bei diesen Anschlägen wurden elf Menschen getötet,

weit über hundert verletzt. In Abwesenheit wird auch gegen drei mutmaßliche Mittäter verhandelt.

Einer von ihnen, der Deutsche Johannes Weinrich, verbüßt schon eine lebenslange Haft in Deutschland

- wegen des Anschlags auf das Kulturinstitut Maison

de France 1983 in Berlin. Christa-Margot Fröhlich ist in Deutschland auf freiem Fuß. Der dritte mutmaßliche Komplize, ein Palästinenser, ist untergetaucht.