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Sparen à la française: Bloß nicht so wie Italien

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Sparen à la française: Bloß nicht so wie Italien

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Es soll ein Triumph für Sarkozys Regierung im Wahljahr 2012 werden. Paris will sich mit der dritten Serie von Sparmaßnahmen deutlich von den Krisenstaaten im Süden Europas distanzieren und damit seine Stellung in der Eurozone behaupten.

Ausnahmsweise, so heißt es offiziell, werden die sozialen Leistungen ans wirtschaftliche Wachstum gekoppelt und nicht mehr an die Inflation.

Ausgenommen sind davon einige Zahlungen an Behinderte und Rentner.

Gespart werden soll auch beim Gesundheitswesen.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden demnach 2012 um 500 Millionen Euro gekürzt.

Generell soll durch die Sparmaßnahmen das Haushaltsdefizit von aktuell 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 4,5 Prozent 2012 und drei Prozent 2013 reduziert werden. Erste öffentliche Reaktionen fielen zurückhaltend aus.

Es sei hart für jeden, meint ein Passant in Paris.

“Am Ende wird es wie immer für diejenigen am schwersten, die jetzt schon arm sind.”

Mitauslöser der neuesten Kürzungen dürfte wohl die Warnung von Moody’s gewesen, Frankreich könnte sein Triple-A-Spitzenrating verlieren. Dadurch enstanden Schockwellen, die die Pariser Regierung bis ins Mark trafen. Nichts ist für die politische Klasse Frankreichs erniedrigender, als mit Spanien, Italien oder Griechenland in einem Atemzug genannt zu werden. Die Angst davor lässt die Regierung sogar ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen höchst unpopuläre Entscheidungen treffen.