Eilmeldung

Eilmeldung

Italiens Schulden nähern sich Ramschniveau

Sie lesen gerade:

Italiens Schulden nähern sich Ramschniveau

Schriftgrösse Aa Aa

Unabhängig von Berlusconis politischem Schicksal ist an den Kapitalmärkten die Glaubwürdigkeit Italiens als seriöser Schuldner ist so gut wie dahin, abzulesen an den in die Höhe schnellenden Risikozuschlägen auf italienische Anleihen. Italien befindet sich nun einer absoluten Gefahrenzone.

Griechenland, Portugal und Irland hatten in einer vergleichbaren Situation um Hilfe gerufen.

Auf 1900 Milliarden Euro belaufen sich die Staatsschulden, das sind 120 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Renditen auf zehnjährige Anleihen zogen auf den Rekord von 6,74 Prozent an.

Damit muß Italien im nächsten Jahr 300 Milliarden Euro Schuldendienst leisten.

Wenn Italien für seine öffentlichen Schulden nicht länger aufkommen kann, so der US-Politikwissenschaftler James Walston, sei ein Offenbarungseid nicht mehr auszuschließen. Es sei denn, das Land ergreife härteste Maßnahmen und setze diese auch um.

Inzwischen kaufen praktisch nur noch die EZB und der IWF italienische Staatsanleihen, um das Land zu stützen. Professionelle Investoren kehren Italien den Rücken. In Deutschland kündigte etwa der Baufinanzierer Aareal an, sich von Italien-Bonds zu trennen – unter Inkaufnahme von Verlusten.

Auf dem G20-Gipfel in Cannes hatte noch das Thema Griechenland dominiert. Eine Pleite Italiens schiebt sich jetzt nach ganz oben auf die Agenda.