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Berlusconi gesteht Scheitern ein - Neuwahlen oder Übergangsregierung?

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Berlusconi gesteht Scheitern ein - Neuwahlen oder Übergangsregierung?

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Bislang hatte er sich durch alle Krisen hindurchmanövriert, nun wirft Silvio Berlusconi das Handtuch: In einem seiner eigenen Fernsehsender räumte der Medienzar telefonisch sein Scheitern ein und bestätigte, dass er zurücktreten werde, wenn das Reformgesetz durchgebracht ist, das er der EU zugesagt hat.

“Die Regierung hat nicht die Mehrheit, die wir zu haben glaubten. Wir müssen dies realistisch zur Kenntnis nehmen und uns um die Lage in Italien und auch um das Geschehen an den Finanzmärkten kümmern. Denn die Märkte glauben nicht, dass Italien fähig und entschlossen ist, die Maßnahmen zu verabschieden, die Europa uns abverlangt. Wir müssen den Märkten beweisen, dass wir es wirklich Ernst damit meinen. Das ist das Erste, um das wir uns kümmern müssen. Alles andere, auch die Frage, wer die Regierung führen wird, ist in diesem Moment zweitrangig. Wichtig ist jetzt, sich um das Wohl Italiens zu kümmern.”

Ob nun eine Übergangsregierung oder Neuwahlen folgen, darüber wird Staatspräsident Napolitano in Absprache mit allen Fraktionen entscheiden.

Kommentar der Bürger:

“Hoffen wir auf etwas Neues. Sonst stehen wir wieder wie vorher da. Wer auch immer an die Macht kommt – wir sind schon am Punkt ohne Wiederkehr angelangt.”

“Es geht doch nicht um den Rücktritt des Regierungschefs. Das Problem ist die nationale Krise, mit der wir seit Jahren kämpfen. Wir sind gerade aus einem Alptraum aufgewacht und fanden uns gleich hinter Griechenland wieder.”

Nicht nur viele Italiener, auch die US-Börse reagierte erleichtert auf die Nachricht. Der Abschied vom ungeliebten Cavaliere war einer Römerin einen Champagner wert – erstaunt war sie nur, dass nicht mehr zum Feiern gekommen waren…