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Leonardo da Vinci-Austellung in London

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Leonardo da Vinci-Austellung in London

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In einer einzigartigen Ausstellung zeigt die Nationalgalerie in London Werke Leonardo da Vincis, die eine Vielzahl von Museen als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben. Die Bilder stammen aus Leonardos Zeit am Hof des Herzogs von Mailand Ende des 15. Jahrhunders.

Es ist eine einmalige Gelegenheit, diese Werke unter einem Dach zu sehen, und eine Phase in Leonardos Karriere nachzuempfinden, in der er sich ohne wirtschaftliche Zwänge auf die Malerei konzentrieren konnte, so Luke Syson, der Kurator der Ausstellung: “Leonardo stand in dieser Zeit im Dienst eines Förderers der Kunst. Dies ermöglichte ihm, wirklich über die Malerei nachzudenken. Er hatte in Mailand ein regelmäßiges Einkommen und konnte so den wirtschaftlichen Zwängen der Kaufmannsstadt Florenz enkommen. Dies ist die Phase, in der er wirklich die Möglichkeiten der Malerei ergründet und die Kunst für alle Zeit revolutioniert.”

In London sind erstmals beide Versionen von Leonardos “Madonna in der Felsengrotte” unter einem Dach zu sehen: Die erste Fassung, die normalerweise im Louvre in Paris ausgestellt ist, und die zweite Version, die sich im Besitz der National Gallery befindet.

Die Vielfalt der ausgestellten Werke gibt einen Eindruck von der technischen Entwicklung Leonardos, erklärt der britische Kunsthistoriker Martin Kemp: “Wir bekommen nicht nur einen besseren Eindruck davon, wie Leonardo gemalt hat, sondern wir haben auch einen Weg gefunden festzustellen, welche Bilder wirklich von ihm sind. Leonardo betrachtete die Malerei als eine Wissenschaft und ging mit viel technischem Fachwissen an seine Bilder heran. Der Salvator Mundi beispielsweise enthält jede Menge cleverer optischer Tricks, die Leonardo aufgrund seines Wissens über die Eigenarten des Lichts gelungen sind. Seinen Schülern fehlte dieses Verständnis und wenn es in einem Bild nicht erkennbar ist, ist es wahrscheinlich nicht von Leonardo.”

“Christus als Retter der Welt” gilt heute als ein eigenhändiges Werk Leonardos, aber die Zuschreibung ist weiterhin umstritten. Die Ausstellung in der Nationalgalerie wird die Diskussion sicher weiter anregen. Sie ist bis zum Februar 2012 zu sehen.