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"Der Fall Chodorkowski"

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"Der Fall Chodorkowski"

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Wo immer die Dokumentation “Khodorkovsky” (Deutscher Titel: “Der Fall Chodorkowski”) auftaucht, sorgt sie für Furore. Denn es geht um explosiven Stoff, den Fall des inhaftierten Ölmagnaten und Putin-Kritikers Michail Chodorkowski. Dessen ältester Sohn Pavel, der seinen Vater zuletzt 2003 sah, war bei jüngsten Premiere des Films in New York anwesend. “Es war interessant, meinen Vater auf die Fragen antworten zu hören. Denn meine Familie und ich müssen uns andauernd diesen Fragen stellen”, sagte er nach der Vorführung. “Er ist viel redegewandter als wir. Wenn man ihm zuhört spürt man seine Ruhe und seine Gradlinigkeit, er macht deutlich, warum er diesen Kampf führt.” Der deutsche Regisseur Cyril Tuschi befragte Beiteiligte, ehemalige Politiker und sprach sogar mit Chodorkowski im Gefängnis.

Der bei Putin in Ungnade gefallene ehemalige Yukos-CHef sitzt derzeit eine 13-jährige Haftstrafe ab. Dass er am Ende der Haftzeit entlassen wird hält sein Sohn für unwahrscheinlich. “Wenn Putin, wie es angekündigt ins Präsidentenamt zurückkehrt, wird sich nichts ändern. Putin wird genau so denken wie heute. Und für ihn gibt es keinen Grund, meinen Vater aus der Haft zu entlassen. Er wird weiter im Gefängnis bleiben, auch wenn es einen dritten oder vierten Prozess gibt. Wie die jüngste Verhandlung gezeigt hat, spielt es keine Rolle, was vor Gericht passiert.” Wie gefährlich der Stoff ist, bekam Regisseur Cyril Tuschi am eigenen Leib zu spüren. Er wurde bedroht, sein Film kurz vor der Berlinale-Premiere entwendet. Der Streifen kommt jetzt in die Kinos, ab 17. November auch im deutschsprachigen Raum.