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Immigrantenschicksale in Spanien

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Immigrantenschicksale in Spanien

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Zu Beginn des Jahres 2005 ermöglichte die linke Regierung, damals frisch im Amt, rund 700.000 ausländischen Arbeitskräfte die Legalisierung.

Damals, vor knapp 7 Jahren, war die Krise noch fern, Arbeitskräfte wurden gebraucht.

Die zweitgrößte Gruppe unter den Arbeitsimmigranten in Spanien sind nach den Ekuadorianern die Rumänen. Spanien hat ihnen nach dem EU-Beitritt gleich die volle Arbeitsarlaubnis eingeräumt.

Mehr als 800.000 Rumänen leben in Spanien, gut 200.000 in und um Madrid. Für sie sendet “Radio RK20” auch auf Rumänisch. Wobei die Rumänien als gut integriert gelten und schnell die spanische Der Journalist Felix Damian lebt mit Frau und 2 Kindern seit 9 Jahren in Spanien. Er erinnert sich an die ersten Jahre: “Damals gab es reichlich Arbeit, in Spanien wurden Arbeitskräfte gesucht, so dass beide Partner, Frau und Mann, leicht Arbeit fanden und auch die Kinder sich schnell gut integrieren konnten.”

Aber mit der Krise änderte sich alles. Auch die Familie Dragan, seit 13 Jahren in Spanien, musste diese Erfahrung machen. Ihr Sohn ist hier geboren.

Seine Vater musste seine Malerfirma schließen.

Seit dem 22. Juli 2011 sind die Gesetze geändert.

Die Rumänen müssen einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorweisen, um mit allen Rechten von Arbeitnehmern anerkannt zu werden.

So steht der in der Krise gescheiterte Kleinunternehmer Dragan nun ohne Arbeitserlaubnis da.

Seine Frau Dalia beklagt, weder sie noch ihr Ehemann habe eine Kranken- oder Arbeitslosenversicherung und Arbeit sei nicht mehr zu bekommen. Sie haben auch schon über die Heimkehr nach Rumänien nachgedacht. Aber in Spanien haben sie einen Immobilienkredit abzuzahlen. Und ihr Sohn geht hier zu Schule, ist gut integriert. So wollen sie sich hier weiter durchkämpfen.

Gerardo Beniger ist Spanier. 30 Jahre alt, studierter Soziologe mit Arbeitserfahrung in Großbritannien.

Er hat spezielle Erfahrungen im internationalen Geschäftsverkehr. Trotz dieser guten Voraussetzungen findet er in Spanien keine Arbeit. Seine Bilanz: “Ich habe studiert, Sprachen gelernt, noch ein Zusatzstudium gemacht, jede Menge Praktika – und am Ende finde ich nichts, wovon ich leben könnte.”

Nachdem auch all seine Recherchen im Internet ihn keinen Job in Spanien finden ließen, hat er einen Entschluß gefasst. Dieser hochqualifizierte Spanier wird fortgehen, hat sich schon in Holland und Deutschland beworben. Er ist bereit, auf der Stelle fortzugehen.